1,2 Millionen Unique Visitors - wie Sebastian Henßler E‑Mobility‑News skaliert und was das für die Branche bedeutet
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Welcome to the Smart Charge by RiDERgy Podcast. This is Claudio Geyken, Founder and CEO of RiDERgy. This is your show to learn about all things energy management and smart charging innovation for electric vehicles and fleets.
Heute spreche ich mit Sebastian Häsler, Gründer und Chefredakteur von Elektroauto News und Gastgeber des gleichnamigen Podcasts. Sebastian hat das Portal in 2016 übernommen und ist seither zu Deutschlands führender E-Mobilitäts-Nachrichtenplattform aufgebaut. Er erreicht inzwischen über 1,2 Millionen Unique Visitors pro Monat. Werktags liefert sein Team bis zu 15 Artikel täglich. Er verschickt dazu einen kostenlosen Newsletter, und mit China EV Pulse im Englischen bringt er uns die neuesten Trends aus Chinas Boommarkt direkt ins Postfach. Heute klären wir, wie aus dem Controlling Manager ein Vollzeit-E-Mobility-Evangelist
wurde, warum Smart Bidirectional Charging noch auf sich warten lässt, und welche Batterie- und Autonomiedurchbrüche als nächstes folgen. Sebastian, legen wir los. Schön, dass du heute hier bist in Berlin. Du bist ja angereist. Wie war die Anreise? Und wieso bist du eigentlich in Berlin, außer natürlich für diese Podcastaufnahme? Natürlich in allererster Linie erst mal für die Podcastaufnahme. Es bietet sich aber auch an, um morgen – wir nehmen heute Freitag auf – am Samstag bei der Formel E im Tempelhof vorbeizuschauen und Mobilität noch
mal auf der emotionalen Seite ein Stück weit mehr zu erleben. Das ist die Formel E. Und wie kann man sich das so vorstellen? Ich war noch nie auf einer Formel-E-Veranstaltung. Warst du schon mal da? Ich war tatsächlich in Berlin schon zweimal. Wir waren in Monaco auch schon zweimal, mit Jaguar unterwegs und mit anderen verschiedenen Herstellern, wo man damit Einblicke bekommt. Und du kannst es dir – Formel-1-Fans werden es wahrscheinlich hassen, diesen Vergleich – aber du kannst es wie Formel 1 vorstellen, nur mit weniger
Lärm und mehr Emotionen, zumindest für mich. Formel 1 haben damals Papa und meine Brüder immer gerne geschaut. Bei mir ist das nicht so auf Interesse gestoßen. Mit der Formel E, die ja auch damit gestartet ist, dass man diese Rennen in die Städte hineinbringt, taucht noch mal eine andere Verbindung auf. Es ist nicht so eine Rennstrecke, die abseits ist, wo du keine Verbindung aufbaust, sondern allein, weil du in der Stadt unterwegs bist, bekommst
du einen anderen Bezug dazu. Der Tempelhof ist natürlich noch mal für sich ein Extrabereich, wo das stattfindet. Aber ich erinnere mich noch daran – das war die erste Formel-E-Saison, wo auf N-TV noch übertragen wurde – wo tatsächlich die Fahrzeuge durch die Stadt gefahren sind hier in Berlin. Und das fand ich halt schon atemberaubend. Ich dachte, das macht das Ganze noch mal greifbarer, und man bekommt auch einen Bezug dazu. Und vor allem, was sehr schön ist: es ist leistbarer
noch. Du kannst also auch mit deiner Familie hingehen. Du legst dann natürlich auch entsprechend Eintrittsgeld hin dafür, aber ich glaube, die Formel E ist das, wo du einfacher als Familie hingehen und dich ausleben kannst, weil es auch ein entsprechendes Rahmenprogramm drumherum gibt, als wenn du zur Formel 1 gehst, wo du dementsprechende Ticketpreise hast. Aber ich denke, der Vergleich muss vielleicht auch gar nicht unbedingt sein, sondern es sind ja auch zwei unterschiedliche Zielgruppen. Ja, spannend. Und bevor wir einsteigen in weitere Themen,
kannst du dich mal vielleicht vorstellen, was dein Hintergrund so ist und wie du insbesondere zum Thema E-Mobilität gekommen bist? Natürlich sehr gerne. Also, Sebastian Häsler. Ich betreibe aktuell das Portal Elektroauto-news.net. Wir sind ein Nachrichtenportal, das werktäglich – auch samstags – über E-Mobilität berichtet. An Sonntagen kommt ein Podcast raus, und dreimal die Woche – montags, mittwochs und freitags – gibt es einen Newsletter, der verschiedene Inhalte aus der Welt der E-Mobilität kuratiert und kostenfrei ins eigene Postfach schickt. Und wie der Name Elektroauto-news.net schon sagt: es geht um E-Autos.
Wir sind auch rein darauf ausgerichtet. Plug-in-Hybride spielen teilweise eine Rolle, auch aufgrund der politischen und regulatorischen Entwicklung in dem Bereich. Wie bin ich dazu gekommen? Da muss man ein Stück weit ausholen. 2003 bin ich in der Ausbildung zum Industriekaufmann bei einem Automobilzulieferer in Baden-Württemberg gestartet. Habe dann den Industriekaufmann gemacht, anschließend Industriefachwirt, Betriebswirt, und dann meinen Bachelor in BWL nebenberuflich. In der ganzen Thematik war ich lange Zeit im Controlling unterwegs – habe also festgelegt, was unsere Teile für
den Kunden, den OEM, den Automobilhersteller, schlussendlich kosten, plus Werkzeuge und so weiter. Und dann kam 2016, wo es darum ging: E-Mobilität ist ein Thema in Deutschland – wie kann man sich als Firma aufstellen? Da ich immer auch versucht hatte, mich noch mehr einzubringen über meinen Job hinaus, habe ich mich mit dem Thema beschäftigt, habe das damals alles in Word-Dateien festgehalten, in E-Mails, die in der Firma ihre Schleifen gedreht haben, und habe mich dann aber auch entschieden: weil ich halt
auch schon mit Blogs und Portalen ein bisschen Erfahrung hatte aus anderen Bereichen – man könnte es ja vielleicht online festhalten, vielleicht interessiert sich jemand. Bin über die Domain Elektroauto-News gestolpert, habe gesehen, dass da bis 2013 auch ein paar Artikel online gegangen sind – es waren so um die 200. Habe den Besitzer damals angeschrieben. Lange Rede, kurzer Sinn: wir sind uns einig geworden. Ich habe das Portal übernommen. Das war Anfang Juni 2016. Mitte Juni 2016 hat die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel gesagt, wir machen E-Mobilität
Um es zu verkürzen: An dem Tag waren irgendwie 17.000 Besucher auf der Webseite. Und dann wusste ich schon: „Oh, okay, das scheint irgendwie einen Nerv getroffen zu haben", weil das ja schon eine Ansage ist. Und dann ist das Ganze jahrelang nebenberuflich gewachsen mit einem kleinen Team, das ich aufgebaut habe. Und im Dezember 2022 habe ich mich dann entschieden, in die Selbständigkeit komplett rüberzugehen. Ich war dann zwischenzeitlich Einkaufsleiter geworden in dem Unternehmen, wo ich eben tätig war, habe da auch ein Millionenbudget jährlich verantwortet
dann mit Covid und all den Herausforderungen, die es dann eben gab, und eben auch mit den Entwicklungen der Automobilindustrie, die ich halt nur bedingt in der eigenen Hand hatte, habe ich gesagt: „Gut, jetzt versuche ich mein Glück in mir selbst zu finden, nur nach außen zu tragen, weil da habe ich dann zumindest sowohl das Gute wie auch das Schlechte in der eigenen Hand und bin selbst dafür verantwortlich, was ich draus mache." Und ich habe ein Thema, was mich reizt, und kann das Ganze seitdem dann noch mal
ein bisschen mit mehr Nachdruck verfolgen. Hattest du in der Firma, wo du warst, auch – war das Thema E-Mobilität Kern des Geschäfts oder war das komplett außen vor? Das war ganz außen vor. Im Endeffekt ging es da hauptsächlich um Dichtungen für Fahrzeuge. Da ist es dann auch erst mal egal, ob das ein Verbrenner, Diesel oder E-Auto ist. Dann kam die Überlegung auf: „Oh, wenn wir jetzt auf leise Antriebe gehen, dann brauchen wir ja gar nicht mehr diese Dämmung und Dämpfung, weil es diese
Geräuschkulisse gar nicht mehr gibt." Was aber de facto falsch ist, weil dadurch, dass das Fahrzeug an sich leiser ist, hörst du halt die Abrollgeräusche noch mehr. Du hörst den Lärm, der von außen reinkommt. Also Dämpfung und Dichtungen sind wichtiger denn je. Und dann war das auch so ein Gebiet, wo ich mich reingearbeitet habe. Verstehe. Und du bist – ja, habe ich neulich gelesen – auf eine Million Downloads gekommen. Wie schaust du zurück auf diese? Du hast ja schon ein bisschen beschrieben: 2016 hat es angefangen.
Gab es dann, nehme ich an, ein paar Achterbahnfahrten? Oder was waren so die Meilensteine von deinem Aufbau, dass du so weit gekommen bist mit Elektroauto-News? Genau. Du spielst gerade auf den Podcast drauf an, dazu komme ich dann auch gleich noch mal zu sprechen. Ja, das war das Portal, wo wir dann eben stetig aufgebaut haben. Das hat angefangen, dass ich da 23 Newsartikel am Tag geschrieben habe, halt auch immer neben der Arbeit, vor und danach. 2016 gab es da auch noch nicht so viel Entwicklung. Ich hatte dann
das Glück, dass ich da relativ zeitnah über einen Redakteur gestolpert bin bei einem anderen Portal – Michael Neissendorfer, der jetzt unser Chefredakteur ist. Er hält mir seitdem die Stange, wir haben gut zueinander gefunden, sind mittlerweile auch befreundet, also weit über ein reines Arbeitsverhältnis hinaus. Das kann ich zumindest für mich so sagen. Ich denke, Michael sieht es ähnlich. Und ich hatte das Glück, dass ich da frühzeitig Unterstützung gefunden habe. Das Team ist mittlerweile auch gewachsen, hat sich immer mal ein Stück weit
verändert. Und wir sind jetzt an dem Punkt angelangt, wo wir so 10 bis 15 Newsartikel am Tag rausbringen, die entsprechend bei Google News, Google Discover als auch in der normalen Suche gut zu finden sind und dadurch entsprechend Relevanz bekommen haben. Knapp 900.000 bis 1,2 Millionen Unique, also einzigartige Besucher im Monat, aktuell auf der Webseite. Der Podcast, den du angesprochen hast, der geht immer sonntags raus – also in der Regel im normalen Monat viermal pro Monat. Und das hat sich halt auch seitdem aufsummiert. Das war, glaube ich,
2018, als ich den dann gestartet habe, um da eben auch noch mal – ich sage mal – nicht nur diese reinen Fakten in Textform, sondern auch noch mal über einen anderen Kanal anzusprechen. Und weil ich halt auch in der Zeit dort wertvolle, interessante Kontakte geknüpft habe, sind wir jetzt auch darüber in Kontakt gekommen. Ich bin einfach auch unheimlich wissbegierig und ich mag es, mit Menschen in den Austausch zu gehen. Ich habe dieses Podcast-Mobil sozusagen, das ich nutzen kann, um mit Menschen zu
sprechen. Nach außen wirkt das so, als ob ich da unseren Zuhörerinnen und Zuhörern etwas Gutes tue. Aber wenn ich ganz offen bin, tue ich mir selbst den größten Gefallen damit, weil ich unheimlich viel aus diesen Gesprächen lerne. Und durch diese Vielzahl an Gesprächen – Zulieferer, Startups wie ihr jetzt, Automobilhersteller, Öko-Industrie, also auch erneuerbare Energien – lernt man so viel, kann das dann miteinander verknüpfen und nimmt dieses Wissen ja mit. Das erweitert ja auch den eigenen Horizont. Und der Podcast hat, wie gesagt, jetzt im
Juni 2025 die Eine-Million-Download-Grenze überschritten. Im Endeffekt ist es nur eine Zahl. Das ändert nichts daran, dass ich weitermache wie bisher. Aber es ist natürlich so ein Meilenstein – eine Million, das ist eine Zahl, die für sich alleine schon mal eine Aussage ist. Und da steht aber auch unser Newsletter, der am Montag, Mittwoch und Freitag rausgeht, wie ich vorhin schon gesagt habe. Der hat im Moment so 15 bis 16.000 Abonnenten pro Versand, was ja auch schon eine Menge Menschen ist, wenn man die sich
mal bildlich irgendwo vorstellt. Und da senden wir im Jahr – allein durch die dreimalige Aussendung, ab und zu auch mal öfters, je nachdem, was für ein Thema ansteht – auch zig Hunderttausend bis Millionen E-Mails, die versandt werden. Was jetzt auch nicht ultra nachhaltig ist, aber es ist halt so, dass du den Menschen direkt erreichst, und wir kriegen sehr viel Feedback dafür. Also, da findet halt auch noch mal der Austausch statt, der nicht so anonym ist, sondern da schreibt mir halt dann auch eine Familie, die jetzt
gerade überlegt, ein E-Auto anzuschaffen. Die wissen nicht, sie schwanken zwischen zwei Modellen. Es sind aber auch Flottenbetreiber, die dann sagen: „Oh, ergibt es denn Sinn für uns umzusteigen?" Wo ich dann eben aus dieser journalistischen Rolle, in der ich mich selbst gar nicht unbedingt sehe, in so eine beratende Rolle mit reingehe und da eben auch einen Mehrwert mitgeben kann und dann aber auch mal ganz klar sagen kann: „Hör mal zu, für dein Profil passt vielleicht die E-Mobilität noch nicht so ganz, oder für dein Budget leider." Und
dass man da auch gemeinsam nach Alternativen schaut. Und du hast auch erreicht, LinkedIn Top Voice zu werden. Du bist ein ganz schöner Influencer im deutschsprachigen Raum auch zum Thema auf LinkedIn. Ist das so ein Nebeneffekt gewesen? Oder musstest du dir das auch aufbauen? Also, ich wusste halt zu dem Zeitpunkt 2022 – das war ja im Oktober, November – schon absehbar, dass ich kündigen werde und mich selbstständig mache. Und dann wusste ich: okay, ich muss ja irgendwo einen Kanal aufbauen, um auch
potenzielle Kunden für mich zu gewinnen, oder auch zumindest Interviewgäste für den Podcast, und bin dann über LinkedIn zu dem Zeitpunkt nochmal gestolpert. Ich war da schon seit Jahren angemeldet, aber habe nie aktiv was gemacht. Und dann habe ich mir gedacht: ich habe so viele spannende Themen, die mir tagtäglich begegnen. Und es gibt halt auch so viele Desinformationen, die da draußen herumschwirren rund um das Thema E-Mobilität, wo halt auch viel Stimmung immer gemacht wird, wo diejenigen, die da in dieser Bubble unterwegs
sind, sagen: „Okay, das ist falsch." Aber leider wissen es halt nicht alle anderen. Und da versuche ich zumindest das mit Fakten auch ein Stück weit zu belegen. Natürlich auch ab und zu emotional aufbereitet, damit der eine oder andere angesprochen wird. Und dann dachte ich: gut, dann teilst du einfach das, was gut im Portal funktioniert hat, oder was ich aus Gesprächen mitnehmen konnte – meine Learnings –, um das auch nochmal zu teilen. Und habe dann glaube ich einfach den unfairen Vorteil gehabt, dass ich das täglich
gemacht habe, dass ich dann ein Jahr lang täglich zu dem Thema berichtet habe. LinkedIn ist parallel dazu in Deutschland gewachsen. Man hat gemerkt: okay, meine Artikel werden da auch angenommen und werden auch kommentiert. Ich bin da echt in den Austausch gekommen – ich komme in den Austausch mit sehr vielen Menschen darüber. Und dann hat sich das einfach entwickelt. Ich bilde mir jetzt auch nichts auf den Titel ein, aber er macht einiges leichter, sozusagen, wenn es dann darum geht, dass man Kontakt
aufnimmt, weil halt zumindest ein gewisses Image daran haftet. Und wenn du eine gewisse Follower-Anzahl hast, wird da halt auch eher drauf geantwortet, als wenn du ohne Profilbild und ohne beschreibenden Text unterwegs bist. Und kommt das eigentlich automatisch von LinkedIn, oder wie kann man sich das vorstellen? Also, die hatten dann schon gemerkt, dass Traction – Bewegung – drauf ist auf meinem Profil, dass entsprechende Kommentare, Reichweite und so da sind. Und dann wirst du angesprochen, ob du dir das vorstellen
kannst und vor allem, ob du das Thema halt auch weiter bearbeitest, weil die besetzen halt immer gewisse Leuchtturmprojekte. Und das ist ja jetzt nicht nur das Thema E-Mobilität. Das gibt's ja in allen anderen Bereichen auch, wo dann verschiedene Personen für ein Thema stehen, um das greifbarer zu machen, weil halt Menschen mit Menschen interagieren, gerade auf so einer Social-Plattform, und nicht Menschen mit Unternehmen oder mit bildlosen Marken. Und ja, ansonsten ist da jetzt nichts daran geknüpft.
Ich kann da weiterhin frei schreiben, was ich möchte. Da gibt es keine Eingriffe. Ab und zu kommt mal so ein Trigger, wo es dann heißt: „Achtung, Förderpolitik in Deutschland wird diskutiert. Magst du nicht mal deinen Senf dazu geben?" – wo dann einfach so der Anschub kommt, bestimmte Themen aufzugreifen und in die News des Tages reinzukommen. Aber ansonsten nehme ich mir einfach die Themen vor, bei denen ich Spaß und Freude habe, wo ich denke, ich kann Mehrwert dazubringen. Die sind auch teilweise mal bisschen provokant,
also gerade das Thema E-Fuels, bidirektionales Laden. Das sind immer so Themen, die ein wenig triggern, weil es halt verschiedenste Meinungen dazu gibt, die auch erst mal alle richtig sind, weil das ja erst mal die eigene Meinung der jeweiligen Menschen ist. Aber ich bin da auch, glaube ich, in meiner Meinung ein Stück weit gewachsen und will da auch nicht mehr jedem gefallen, sondern Zahlen, Daten, Fakten – das ist mein Thema, wo ich sage, damit kann ich überzeugen, weil es belastbar ist und emotional nochmal anders anspricht. Das verstehe ich. Aber
es sind halt immer zwei Betrachtungsweisen, die man da einfach auch berücksichtigen muss. Und was sind so Themen, die dich jetzt noch mehr umtreiben, außer den zwei, die du gerade schon erwähnt hast? Ich habe auch neulich gesehen, du hast über Lithium einen spannenden – ich weiß nicht genau, wie das zustande kam – Beitrag gemacht. Das sah ja ganz spannend aus. Genau. Also, gerade das Thema Lithium ist ja auch so eines dieser Vorurteile – Stichwort Wasserverbrauch, Kinderarbeit. You name it. Und das ist
dabei. Ich bin da aber auch schon lange mit der Firma SQM im Austausch gewesen – einem führenden Lithiumproduzenten weltweit. Das war ja nun jahrelang schon im Hintergrund. Wir haben da auch immer unabhängig davon über das Thema berichtet, und wir berichten auch kritisch darüber. Also da kommt schon der journalistische Anstrich her: wir lassen uns keine Meinung kaufen. Das ist auch unheimlich wichtig, weil sonst wird unser Portal auch nicht gelesen werden. Nichtsdestotrotz haben die dann 2024 gesagt – ein bisschen im Vorlauf, aber 2024 war
dann die Essenz im Januar, Februar, wo es dann hieß: Wir machen alle Türen und Tore offen in Chile. Komm vorbei. Sprich mit Mitarbeitern, kannst du dir frei raussuchen. Sprich mit dem Umfeld, die dort leben. Sprich mit Politik. Bild dir dein eigenes Bild darüber und berichte, wenn du möchtest, darüber. Das haben wir getan. Da ist ein E-Book draus entstanden für uns, wo wir dann eben auf gut 50, 55 Seiten das Thema Lithium aus allen Blickwinkeln betrachtet haben. Gerade im Hinblick auf den Wasserverbrauch, wo man
dann sieht: okay, in der breiten Masse sind halt wieder mehr Vorurteile drin, als die Fakten dann tatsächlich bestätigen. Und das fand ich unheimlich spannend, weil ich da echt das Gefühl hatte, da konnten wir Aufklärungsarbeit mit betreiben. Wir sind jetzt auch gerade an einem Update von dieser ganzen Wasserverbrauchsgeschichte dran. Das ist auch soweit schon fertig. Da sind wir jetzt gerade intern noch mal am Faktenchecken, dass das eben sauber ist. Vergangene Woche Mittwoch war ich hier und habe mit Michael Schmidt – das ist eigentlich der
Rohstoffexperte für Lithium hier in Deutschland – ein Interview geführt und sind da halt auch tief reingegangen, weil es ja auch um Abhängigkeiten geht, dann von Europa zu China. Wie stellt man sich in den nächsten Jahren auf? Wo geht die Reise hin? Weil Lithium ist ja nicht nur für die E-Mobilität wichtig. Das ist ja das Material, was aktuell in Akkus und Batterien zum Einsatz kommt. Wenn wir jetzt an KI denken, künstliche Intelligenz, die braucht ja auch Server, Kraft, Energie, um die zu betreiben. Wenn wir die aus
Erneuerbaren nehmen wollen, müssen wir die auch irgendwo speichern. Also brauchen wir auch das dafür, in erneuerbare Energien generell. Wenn wir Windstrom, Wasserstrom, keine Ahnung, zwischenspeichern wollen, um das dann zu puffern, brauchen wir das Material auch. Es hat eine immense Bedeutung. Die Bedeutung wird noch größer. Ich glaube, das wird ziemlich unterschätzt im Moment. Und deswegen ist mir das einfach auch wichtig, weil das halt noch so einer der Hebel ist, wo wir als Deutschland, aber auch Europa uns noch ein Stück weit besser aufstellen
können, als was wir vielleicht jetzt gerade aktuell in der E-Mobilität getan haben im direkten Vergleich zu China. Und dann ist da so ein Thema bidirektionales Laden, das ich schon angesprochen hatte, weil das halt auch spannend ist. Ich glaube, da müssen wir nicht tiefer drauf eingehen. Und dann aber auch das ganze Thema Sektorkopplung, wo wir sagen können: okay, wir haben das E-Auto an sich. Wir haben dann daheim einen Batteriespeicher mit PV-Anlage, idealerweise. Wir reden jetzt hier natürlich nicht von der großen Masse. Aber auch für Mietshäuser wird das
mal interessant mit entsprechender Skalierung, wenn man das versteht. Und dann auch noch mal das Thema Unternehmensflotten: Wie kriegt man das zusammen? Und dann hast du da so drei Punkte, die du miteinander verbinden kannst, die auch miteinander funktionieren können – gerade wenn man das Thema bidirektionales Laden auch mit reinbringt. Wo lade ich? Wo entlade ich? Wie kann ich das nutzen? Das ist auch einfach sehr umtriebig. Und da passiert ja auch extrem viel in dem Bereich. Ja, lass uns doch gerne noch ein bisschen
tiefer einsteigen zu dem Thema, weil es in diesem Podcast ja um Smart Charging geht und wie die Riesen es laden – Flotten natürlich auch. Wie blickst du darauf? Du hast ja schon lange Jahre Erfahrung gesammelt. Deine offene Meinung zu dem Thema. Manche Kritiker sagen, es kommt nie, weil man schon so lange über bidirektionales Laden spricht. Aber es gibt ja schon Potenzial, das man heute heben kann. Was sind so deine Meinungen? Wann kommt's? Wie kommt's? Was sind die Hürden? Da
bin ich mal gespannt drauf, wann das Ding kommt. Also, ich glaube, es wird definitiv kommen. Da führt kein Weg daran vorbei, wenn wir diesen Mobilitäts- und Energiewandel vollziehen möchten – das ist einfach ein wichtiger Baustein, den wir haben. Vor allem, weil VW mal gesagt hat: Wir reden ja gar nicht von Autos auf Rädern, sondern wir haben Stromspeicher auf Rädern, die unterwegs sind. Autos stehen in der Regel 23 Stunden am Tag, wie bekannte Statistiken aussagen. Also warum die dann nicht nutzen, um eben entsprechende Energie zu
puffern? Das wird kommen. Ich hatte aber auch mal ein Interview geführt mit einem Professor Doktor – der Name fällt mir jetzt leider gerade nicht ein – auch aus dem Bereich Batterien. Der hatte mir 2021 schon gesagt: bidirektionales Laden, überhaupt kein Thema. Autos können's, der Speicher kann's, die Ladestationen können's de facto schon. Die einzigen, die es nicht können und so 5 bis 8 Jahre hinterher sind, ist die politische Regulierung, weil das halt einen ganzen Rattenschwanz nach sich zieht. Dynamisches Laden, dynamische Stromtarife, wie du eben
gesagt hast, ist ja auch super spannend. Das kannst du ja auch einsetzen, wenn du kein E-Auto hast. Also du hast ja trotzdem einen gewissen Verbrauch in deinem Haus. Sei es die Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine, you name it. Fernseher, um das Kleinste vielleicht zu nennen – was du schon nutzen kannst. Und selbst da sehen wir ja die sogenannten Smart Meter, die dafür notwendig sind, um eben dynamische Stromtarife zu nutzen. Da wartest du halt teilweise Jahre drauf, wenn du nicht entsprechend Druck darauf machst und weißt, wo
du drücken musst, weil dein Stromlieferant, Standardstromlieferant, ist nicht daran interessiert, dir Strom günstiger zu verkaufen. Das muss man ja ganz klar sagen. Da hängen ja Geschäftsmodelle, alte Prinzipien und Strukturen dran, und das lässt sich ja nicht innerhalb von ein paar Monaten oder Jahren verändern. Das muss man leider lernen. Und da gibt's ja auch Statistiken dazu, wo du eigentlich jetzt schon weißt: selbst bis 2030 werden nicht alle Menschen hier in Deutschland einen dynamischen Smart Meter am Start haben. Und das ist halt schade. Und ich sehe
das selbst bei uns daheim auch. Wir wohnen aktuell in einem Drei-Parteien-Haus, also zwar Eigentum, aber wollten da dann auch Ladestationen aufbauen. Das ist ein älteres Haus. Da haben wir dann 2022 von 30.000 € für drei Ladepunkte geredet, wenn du die installieren willst. Und das waren keine Super-DC-Charger, sondern wir haben von einem normalen Lkw-Anschluss geredet, was halt bedingt durch alte Infrastruktur, also von der Elektrik, die da war, von der Ertüchtigung dann in Richtung Smart Meter und so weiter, als auch dann dementsprechend natürlich die Voraussetzungen
vor Ort. Und wo wir gesagt haben: gut, für unser Drittel davon kann ich so lange öffentlich laden in der Nähe. Da muss ich halt den – nennen wir es mal – unbequemen Weg gehen und auch mal bei schlechtem Wetter rausgehen, vielleicht ums Auto nachzuladen. Aber das geht. Also insofern: E-Mobilität kann auch dann funktionieren, wenn man das möchte, wenn man gewisse Kompromisse eingeht. Natürlich wäre es entspannter, wenn ich das daheim anstöpseln kann und es funktioniert. Natürlich wäre das ideal, wenn ich dann meinen Batteriespeicher von der PV-Anlage, die
wir übrigens auch nicht haben, weil – wie gesagt – Drei-Parteien-Haus, nutzen könnte, um dann tagsüber zu laden und über Nacht dann eben die Energie wieder in mein Auto abzugeben. Das funktioniert alles nicht so, aber E-Mobilität an sich kann dennoch funktionieren, wenn man bereit ist, gewisse Kompromisse einzugehen. Und was wir ja auch sehen: die Entwicklung geht ja immer mehr dorthin. Erneuerbare Energien werden mehr gepusht. Batteriespeicher werden in großen Massen kommen, um das abzufedern. E-Mobilität kommt immer weiter rein, weil es einfach auch über die Total Cost of Ownership
also die Kosten über die Laufzeit, günstiger ist. Und wenn man das im Geldbeutel spürt und merkt und verstanden hat, führt eigentlich kein Weg daran vorbei. Gibt Sinn. Und du hast auch einen Blick auf den ganzen Markt. Was sind so die größten Hürden, die du siehst, dass die E-Mobilität mögliche Skaleneffekte erreicht, die wir spannend finden, oder wirklich dann diesen exponentiellen Faktor nochmal erlebt? Sind wir schon eigentlich gerade 2025 – ist das jetzt das Auslösejahr, wo es wirklich so einen Hockeystick gibt? Ich glaube
leider nicht. Die Problematik ist die, dass du da auch halt alte Strukturen hast, um das Thema aufzugreifen. Also gerade die alten OEMs, die zwar gezwungen sind, ihre CO2-Flottenwerte zu erfüllen, aber die sich halt auch immer noch wohlfühlen in ihrer alten Rolle, weil ihre Marge machen sie mit der Verbrennerindustrie, müssen aber eigentlich umsteigen. Also du hast da schon so zwei Schritte, zwei Wege, die so auseinandergehen. Und du musst die aber zusammenbringen, was ultraschwierig ist, auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dann eben dort vor Ort in den Unternehmen. Das
kann ich auch vollkommen nachvollziehen, aber der Schritt muss gegangen werden. Dann werden auf EU-Ebene wieder Ziele, CO2-Flottenziele, ein Stück weit zurückreguliert. Man verschiebt sie noch mal. Man bringt Alternativen mit rein. Also man kann der Industrie nicht unbedingt den Vorwurf dafür machen, weil ich glaube, die Industrie – und das haben mir die ganzen Gespräche auch abseits vom Mikrofon gezeigt – ist bereit zu investieren. Die Industrie ist bereit umzusteigen. Die Industrie ist bereit, den Weg Richtung E-Mobilität und erneuerbarer Energien zu gehen. Das Einzige, was
sie brauchen – und das ist eigentlich nicht viel, wenn wir es runterbrechen – ist ein stabiler Rahmen, wo drinsteht: Wir nehmen dieses Thema ernst. Wir werden das verfolgen. Und wir werden in den nächsten 10, 15 Jahren nicht mehr davon abkommen, weil wir reden ja von Milliarden von Euro, die investiert werden müssen in die ganze Peripherie. Seien es jetzt Automobilwerke, sei es entsprechende Ladeinfrastruktur – all das, was da eben mit reinspielt. Da geht's ja um richtig Geld, und ein Unternehmen will am Ende des Tages Geld verdienen.
Die müssen da mit zumindest einer schwarzen Null rauskommen, eher mit grünen Zahlen. Natürlich. Und um das zu erreichen, muss man natürlich sagen: Rechnet sich das? Wenn ich vorne einen Euro reinstecke, dass in zehn Jahren zumindest hinten 1,50 € rauskommt am Ende des Tages. Und das ist natürlich auf ganz anderen Ebenen dann schlussendlich. Aber solange dieser Rahmen fehlt und man das Gefühl hat, ja, nächstes Jahr könnte man ja vielleicht wieder auf den bisschen freundlicheren Verbrenner augenscheinlich umspringen, oder man geht in Richtung Wasserstoff, oder man
macht mit Feenstaub angetriebene Fahrzeuge – um jetzt ganz übertrieben was zu sagen. Also solange da diese Richtung fehlt, ist ein Unternehmen eigentlich auch nicht bereit, da übermäßig viel Geld zu investieren. Und das ist, glaube ich, so eine ganz große Krux, was dazu führt, dass das Angebot der Fahrzeuge sich dann auch nur in einem Segment bewegt, wo entsprechend Marge gemacht wird: Luxus, Premium. Was dann wieder zur Folge hat, dass im Einstiegssegment nicht so viel Angebot ist, also leistbare Mobilität. Und die brauchst du ja, um in die
Masse zu kommen. Es gibt ja nur bedingte Abnehmer für Premium-Luxusfahrzeuge. Nicht jeder will oder kann sich Fahrzeuge um die 100.000 € leisten, wo ich mir auch immer so denke: Wer braucht die? Wir brauchen günstige Fahrzeuge. Es hat sich hier 2025 schon einiges bewegt. 2026, 2027 kommt hier auch mehr von den europäischen OEMs. Davon bin ich überzeugt. Und ich glaube, dann kommt so der Kipppunkt, wo wir sagen können: okay, jetzt geht's in die Masse mit rein. Der Gebrauchtwagenmarkt entwickelt
sich auch langsamer, als man gedacht hat, weil – oh Wunder – E-Autos doch länger die Akkukapazität halten. Die wird nicht so schnell verbraucht. Also, du hast hier verschiedenste Punkte, die man betrachten muss bei der ganzen Geschichte. In Summe würde ich aber schon sagen, dass wir eine positive Entwicklung sehen. Es dauert einfach nur länger, als man gedacht hat. Aber fairerweise, wenn du den Zeitraum vom Verbrenner bedenkst, wie lang der gebraucht hat, bis er in diese Masse reingekommen ist, ist die E-Mobilität noch relativ jung dagegen. Und wir sehen die Entwicklung und
was wir hier vor allem sehen – und das ist ja das Spannende –: Länder außerhalb Deutschlands, nehmen wir einfach Skandinavien, die da immer als das Vorreiterland gelten, zeigen ja, E-Mobilität kann auch in der Masse funktionieren. Man muss sich halt eben nur darauf ausrichten. Ja, Stichwort China. Da wollte ich auch drauf hinaus. Du hast, glaube ich, auch einen Newsletter oder beschäftigst dich auf jeden Fall intensiv mit dem Land. Wie kam es dazu? Und was genau machst du da? Genau. Also, das Thema China ist natürlich insofern interessant, weil
man da ja auch konsequent zeigt: okay, wir richten uns auf E-Mobilität aus. Hier muss man fairerweise sagen, man hat schon 2010, vor 2010 eigentlich verstanden, im Bereich Verbrenner und Dieselfahrzeuge können wir nichts reißen, weil das hat Europa, vor allem Deutschland, mit seinen OEMs besetzt. Da können wir nicht in Konkurrenz gehen. Sprich, wir richten uns klar auf E-Mobilität aus – Elektrofahrzeuge, aber auch E-Autos mit Range Extender, also umgedrehtes Plug-in-Hybrid-Konzept. Wir haben einen E-Motor, der über einen Verbrenner unterstützt wird, nicht wie beim Plug-in-Verbrenner, der mit E-Motor unterstützt wird, aber
dadurch höhere elektrische Reichweiten dann eben bekommt in der Range-Extender-Variante. Und darauf hat man sich konzentriert, hat das eben auch entsprechend subventioniert, subventioniert das immer noch, hat da eine Vielzahl von Marken geschaffen, die ihre eigenen Modelle auf die Straße bringen. Mittlerweile sortiert sich das natürlich auch aus, weil ein Land kann auch nur eine gewisse Anzahl an Marken vertreten. Das findet im Wettbewerb statt. Da geht's auch mittlerweile in Preiskriege mit rein, die aber genau diese Kosten, die wir vorhin angesprochen haben, aus dem Premium-Luxussegment immer weiter
runterbringen. Und da kommen halt Fahrzeuge dann teilweise für 7.000–8.000 € umgerechnet auf die Straße. Und das Spannende ist ja jetzt, dass China dann eben auch nach Europa kommt, weil der Markt dort ist ja für die auch nur begrenzt. Und dann erweitert man halt die Märkte. Da in den USA ja gerade die Eintrittspforten ein bisschen schwieriger sind oder zugehalten werden, kommt man nach Europa eben und schaut sich dort um. Für mich ist das daher so spannend, mich mit den Marken zu beschäftigen.
Ich hatte dann auch schon die Möglichkeit, zweimal in China vor Ort zu sein, jeweils für eine Woche, um das mir eben auch selbst anzuschauen. Bei Werken. Genau. Also, ich war bei den Werken, hab mit den OEMs gesprochen, bei den Entwicklungsabteilungen, wo du einfach siehst: okay, auch softwaretechnisch sind die noch mal ein paar Level weiter auf unterschiedlichen Punkten. Das Thema Karaoke im Auto – ich verstehe es immer noch nicht so ganz, aber es hat dort seine Berechtigung. Das mussten die aber
auch lernen, dass man das halt in Europa nicht unbedingt braucht. Also, auch da lernt China wirklich noch viel von uns. Aber auch produktionstechnisch: ich war auch schon bei deutschen oder europäischen OEMs in der Fertigung – so riesig ist der Unterschied gar nicht immer. Auch dort arbeiten noch Menschen. Es wird vielleicht ein bisschen mehr Software-Technik eingesetzt, aber am Ende des Tages kochen die auch nur mit Wasser. Das Einzige, was sie anders machen: sie kochen es konsequenter. Also, die haben ihren Plan.
Den setzen sie um. Das wird gemacht. Und wo bei uns von der 35-Stunden-Woche oder 4-Tage-Woche gesprochen wird, wird da halt sieben Tage die Woche gearbeitet. Dann brauchst du nur ein bisschen rechnen und weißt: okay, die kriegen halt de facto in der Sieben-Tage-Woche mehr gerissen als wir. Das summiert sich oder multipliziert sich auch über das Jahr hinweg. Und dann weißt du auch, warum die Fortschritte da kommen – von der Manpower mal ganz abgesehen, die man eben dort vor Ort hat. Ich glaube gar nicht,
dass wir so viel falsch machen. Ich glaube einfach, dass die viel mehr richtig machen, allein über die Masse. Und das ist halt sehr spannend. Und deswegen betrachten wir das auch bei uns im Portal, zum einen mit einer eigenen China-Rubrik. Ich habe den Newsletter auch mit reingebracht, den du jetzt angesprochen hattest. Der geht auch noch mal mit raus – ein, zweimal die Woche, spätestens alle zwei Wochen, wo wir dann eben das Thema E-Mobilität aus China für Europa oder aus Europa für
China aufgreifen, weil ich halt eben auch viele englischsprachige Leser dann da drunter habe, die sich schwer getan haben, mit unserem breiten Newsletter eben zu beschäftigen, weil der nur auf Deutsch ist. Und dann habe ich gesagt: gut, dann gehe ich in die Nische da noch mal rein und spreche da dann eben Experten an. Und da ist halt die Zielgruppe jetzt auch nicht unbedingt der Endkunde, der das Fahrzeug fährt, sondern da sind dann halt auch Entwicklungsabteilungen von deutsch-europäischen OEMs mit drin. Es sind aber auch Marken aus China,
die eben nach Europa kommen, wo du einfach siehst: okay, du erreichst da nochmal ein ganz anderes Zielpublikum, was für mich dann wieder spannend ist, weil das potenzielle Kunden für mich sind oder für unser Portal, aber auch Gäste für unseren Podcast. Und: können wir irgendwas aus China lernen, damit eben die deutsche Automobilindustrie sich behaupten kann? Ich glaube, was man jetzt schon lernt – und das ist VW ein gutes Beispiel – ist, dass man nicht mehr alles selbst machen muss. Also VW im Sinne von
Software. Wir kennen alle das Cariad-Thema, wo man intern das entwickelt hat. Und die machen bestimmt tolle Arbeit, immer noch. Also ich will das gar nicht schlecht reden, aber ich glaube, man tut sich einfach schwer damit, aus dieser alten Struktur, wo man herkommt, herauszukommen. Man hat halt immer Hardware-first gedacht, also immer erst die Basis, die Plattform des Fahrzeugs. China denkt Software-first. Für die ist die Hardware einfach nur noch das Gerät. Das ist wie dein Smartphone, was du vor dir liegen hast. Das kannst du austauschen. Die Software,
die da drauf ist, die kann sich stetig weiterentwickeln. Und diese Denkweise scheint jetzt auch hier bei europäischen OEMs ein Stück weit anzukommen. Es ist halt aber schwierig, das auf den Markt zu adaptieren, weil – ich kenne es von mir – wenn ich halt meine Prozesse im Unternehmen schon immer so gemacht habe, wie ich sie die letzten zehn Jahre gemacht habe, dann werde ich die auch erstmal weitermachen. Wenn da jemand ankommt und mir sagt: mach das doch mal anders, das würde Sinn ergeben. Aber der Markt zeigt
dir das halt. Und wenn der fünfmal an die Tür klopft und sagt: mach das doch mal anders, sonst verkaufen sich deine Fahrzeuge vielleicht nicht mehr oder deine Prozesse funktionieren nicht mehr – dann denkst du doch mal drüber nach. Und das macht man, ich glaube, einfach auch.
Was man mitnehmen kann, oder was ich mitnehmen würde, ist einfach diese Konsequenz zu sagen: okay, wir nehmen uns jetzt ein Thema an und setzen das um, und weichen dann nicht wieder nach links oder rechts ab, sondern wir gehen einfach stringent diesen Weg, wie das China jetzt auch gemacht hat. Und dann glaube ich, kann das auch zum Ziel führen, weil das ist ja der Fokus, den wir auch im Alltag haben. Ich meine, das weißt du, denke ich auch, Claudio: wenn du dich auf eine Arbeit konzentrierst und du
bist dann in deinem Flow – nennen wir es mal so – drin, und der Fokus liegt nur auf das Ziel, wirst du am Ende vom Tag ein anderes Ergebnis erzielt haben, als wenn du da mal noch einen Call hier gemacht hast, da mal noch eine E-Mail beantwortet und hin und her diskutiert hast. Genau richtig. Also einfach mal diese Ausrichtung festlegen, den Weg auch wirklich gut durchdenken, einen Plan machen und dann aber einfach auch durchführen und machen. Ja, nein, bin ich voll bei dir. Und andere Regionen, die dich interessieren
oder die du speziell noch – also im deutschsprachigen Raum inkludiert dann die typischen Verdächtigen DACH etc. – und was noch für Regionen verfolgst du mit mehr Intensität als andere? Also ich glaube, Europa verfolgen wir auch schon ganz gut mit, weil da ja auch der Stellantis-Konzern beispielsweise sitzt, mit Italien, Spanien, Frankreich, wo sie ihre Marken dann eben haben. Auch VW ist ja auch breit aufgestellt. Die sind ja auch nicht nur Deutschland, sondern SEAT in Spanien, Škoda in Tschechien. Also du bist ja dann automatisch gleich irgendwo global
unterwegs. Natürlich gucken wir auch nach USA drüben, wo du vor allem dieses Aushängeschild Tesla hast. Die Marke an sich – über den Menschen dahinter kann man geteilter Meinung sein, da bin ich auch mittlerweile bei einer anderen – aber ich finde, das muss man auch ein Stück weit voneinander trennen. Und das scheint sich auch herauszustellen, dass da eine Trennung wohl irgendwann stattfinden wird, weil sonst kann das so nicht funktionieren. Er hat einen unheimlichen Dienst getan, Elon Musk, um die Elektromobilität nach vorne zu bringen, um da auch dieses Gewicht
reinzulegen. Aber auch da: die Marke lebt aktuell eher von ihrem alten Ruhm als von dem Neuen, was sich entwickelt, gerade wenn wir es auf Modellebene betrachten. Die machen halt softwaretechnisch auch unheimlich viel richtig, und auch vom Preis-Leistungsangebot. Aber das wird mittlerweile auch überholt, wenn man auf den Markt guckt. Und es gibt da halt auch gerade im Silicon Valley spannende Start-ups – Rivian beispielsweise, die ja jetzt auch nicht nur ihre Pickup-Trucks oder E-SUVs gemacht haben, sondern auch mit Amazon entsprechende Transporter, die man hier also
nicht hier in München – weil ich jetzt gerade gedanklich schon fahre – sieht. Auch da konnte ich bei Amazon damals reinschauen, als sie eingeführt wurden, und bin da auch schon mit rumgefahren. Also du siehst, es passiert schon viel auf unheimlich unterschiedlichen Gebieten, und gerade auch das Thema abseits von Pkw – also Nutzfahrzeuge, Elektro-Lkw und so weiter – wo du siehst: okay, Business-Case daraus, das rechnet sich auch, wo Speditionen mittlerweile bereit sind umzustellen, weil es einfach auch funktioniert. Und da gibt's ja Tobias Wagner, AKA Electro Trucker, der das aus
seinem Alltag berichtet und mitnimmt. Das finde ich unheimlich spannend. Und dann kann ich auch von solchen Menschen lernen und habe auch das Glück, dass ich Tobi kenne und mit ihm sprechen kann, wenn mich da was interessiert. Und das macht einfach auch Freude zu sehen, dass E-Mobilität halt eben nicht nur das Pkw im Luxussegment ist, sondern wir sind im Einstieg unterwegs. Wir können auch Mittelklasse. Wir können aber auch große schwere Trucks machen, die halt die Ware von der Nordsee nach Bayern runterbringen oder vice versa. Und er beschäftigt sich
auch, wo wir gerade beim Thema sind, mit Schiffen und Flugzeugen. Und wie schaust du auf die Machbarkeit der E-Mobilität in diesen zwei Segmenten? Ich glaube, das wird schon eine harte Nummer. Also Flugzeuge: im Einsitzerbetrieb oder Zweisitzer funktioniert es. Da hatte ich auch letztens im Podcast jemanden zu Gast dazu. Bei den großen, schweren Flugzeugen, wo wir jetzt denken: Reiseflugzeuge oder Schiffe, glaube ich nicht, dass das kommt. Da wird dann eher das Thema grüner Wasserstoff eine Rolle spielen. Gehe ich davon aus, oder
auch E-Fuels, wenn sie nachhaltig produziert sind, die da Sinn ergeben können, weil du ja ganz andere Möglichkeiten hast – gerade die Gewichtsthematik, dann nochmal auch der Energiespeicher und die Thematik des Nachladens von solchen Akkus. Das ist ja beim Lkw schon Herausforderung. Wenn wir das jetzt auf das Thema Schiff denken – ich denke, auch da muss man immer differenzieren, von was für einem Schiff wir reden. Ist es jetzt ein kleiner Schiffskutter, der irgendwo im Hamburger Hafen rumfährt, oder der hier auf der Spree seine Rundfahrten macht am Tag,
wo du auch nur eine begrenzte Reichweite brauchst – das könnte ich mir rein elektrisch durchaus vorstellen. Aida beispielsweise als Kreuzfahrtdampfer: da werden wir das erstmal eher wahrscheinlich mit Wasserstoff sehen, wo ich auch schon vor Jahren – 2018, das glaube ich – mit Freudenberg gesprochen habe. Die sitzen bei uns hier in der Weinheimer Ecke und haben damals schon Entwicklung dafür betrieben und auch schon angekündigt. Die Jahreszahl nehme ich jetzt lieber nicht in den Mund, weil ich mir nicht ganz sicher bin, ob die noch aktuell stimmt,
aber in absehbarer Zeit das erste Wasserstoffschiff auf die Strecke zu bringen oder mit deren Unterstützung. Ich denke, da wird sich schon was bewegen, weil diese CO2-Flottenziele gelten ja nicht nur für die OEMs. Das müssen ja auch andere Hersteller umsetzen. Das müssen auch die Schifffahrtsflotten machen. Das müssen die Flottenbetreiber dann sozusagen umsetzen. Also auch die sind gezwungen, nach grünen, nachhaltigen Alternativen Ausschau zu halten. Und insofern wird es Entwicklungen geben. Batteriebetrieben – aktuell noch nicht. Das wird sich aber auch
bestimmt verändern im Laufe der Jahre, Jahrzehnte, wenn die Batterietechnik sich entsprechend weiterentwickelt. Im Sinne der Innovation: was sind Themen, die wir vielleicht in der breiten Masse noch nicht so auf dem Schirm haben, die du verfolgst, die du spannend findest, die demnächst schneller kommen werden als andere? Also, ich glaube, was ein Thema ist, das jetzt wahrscheinlich schon bekannter ist, ist die Feststoffbatterie – Solid-State-Batterie – im Akku. Das heißt, auf gleicher Größe bist du energieeffizienter und mit mehr Energie auf gleicher körperlicher
Fläche unterwegs, was dann schlussendlich bedeutet: mein Auto hat mehr Reichweite und kann schneller geladen werden. Das kommt teilweise auch auf die Zellchemie an, die verwendet wird. Da wird stetige Entwicklung betrieben. Es wird aber nicht schneller kommen als man denkt in der breiten Masse, weil auch da wird man wieder bei den Luxusfahrzeugen anfangen und es dann dementsprechend nach unten brechen. Ich denke, das Thema autonomes Fahren, was zunächst mit E-Mobilität an sich weniger zu tun hat, wenn man so draufblickt – aber wenn
du dann wieder draufblickst: wir haben einen riesigen Akku drin, der Kameras, Lidar, Sensoren und so weiter mit Energie versorgen kann – geht das auch Hand in Hand: E-Mobilität und autonomes Fahren, wo du auch unterschiedlichste Entwicklungen schon siehst. Also selbst bei uns im Heilbronner Eck sind schon Versuchsträger unterwegs mit kleinen Bussen, die von der Schwarz-Gruppe von der Firmenzentrale zum dortigen Bahnhof fahren und zurück, um Mitarbeiter zu befördern. Cool. Und wo du merkst: okay, da gibt es Fortschritte. Dann schlussendlich, obwohl
ich sage: ich glaube, dieses autonome Fahren wird noch mal so viel mehr verändern als der reine Antrieb, weil wir reden ja nur von einem Antriebswandel. Aber autonomes Fahren wird noch mal ein Mobilitätswandel werden, wo wir Mobilität an sich nochmal ganz anders denken, was ich unheimlich spannend finde. Es ist aber auch ein stark reguliertes Thema, natürlich, schlussendlich. Ich meine, ich kann es zumindest von mir sagen: ich gebe nicht gern Kontrolle ab, um es so offen zu sagen. Das ist auch beim Autofahren so.
Ich tue mir da schon mit Fahrassistenten schwer, wo die sagen, du kannst die Hände vom Lenkrad nehmen, und der macht das dann schon. Das mag stimmen, aber für mich fühlt es sich trotzdem total komisch an. Aber ich darf ja nicht von mir ausgehen, und vor allem nicht von den Generationen, die da nachkommen, die das vielleicht gar nicht mehr anders kennen. Und wenn das funktioniert – im Bus machst du ja auch nichts anderes. Da gibst du dem Busfahrer die Kontrolle ab, wenn du drin sitzt, oder dem Zugführer.
Warum soll das dann nicht funktionieren mit einem System? Ich glaube auch, dass das ganz gut funktionieren wird, wenn du entsprechend die breite Masse erreichst mit diesen Fahrzeugen. Aber solange du halt diesen Mischmasch aus autonom fahrenden Fahrzeugen und selbstgesteuerten hast, ist es ja dann immer eine Art der Kommunikation und der Reaktion aufeinander. Ja. Und zu guter Letzt: Du bist jetzt nicht mehr angestellt, sondern Unternehmer. Was war denn so im Alltag? Wie gehst du das an? Was hat sich so verändert? Wie gehst
du damit um? Meine Tage sind länger. Also kurz zusammengefasst: Ich verdiene weniger Geld, ich arbeite länger, aber mir geht's einfach besser. Ich bin glücklicher. Ich habe das Gefühl, dass ich mit meiner Arbeit zumindest im ganz kleinen Rahmen – und deswegen mache ich das auch – was Gutes tun kann. Also, das ist wirklich aus Überzeugung. Natürlich will ich Geld verdienen. Natürlich möchte ich mir was leisten können im Leben. Deswegen mache ich das auch. Aber wenn es nur das Thema Geld wäre, dann hätte ich
auch in meinem Managerjob bleiben können und hätte weniger Arbeit, geregeltere Arbeitszeiten und trotzdem mehr Geld auf dem Konto. Aber das würde mich nicht erfüllen. Und das Unternehmerleben ist natürlich ein Auf und Ab – das muss ich ganz klar sagen. Das wirst du selbst kennen. Du weißt auch nicht immer, was am Ende des Tages auf dem Konto ankommt. Und ich bin dann eher so, dass bevor ich anfange, bei anderen zu sparen – sei es
bei meinen Autoren, den Dienstleistern, die wir einsetzen – bevor ich da was kürze, denke ich mir: Vielleicht kann ich noch einen Euro bei mir selbst sparen. Mir geht's nicht schlecht, ich will mich gar nicht beschweren. Aber es ist halt ein anderer Struggle. Aber am Ende des Tages denke ich mir, wenn ich mit meiner Frau hoffentlich ein Kind oder Kinder haben werde, habe ich zumindest das Gefühl, in dem Rahmen, wo ich was zum Positiven bewegen konnte
auf dieser Welt, habe ich was getan. Und das erfüllt mich mit Stolz. Das ist auch das Thema, was ich so mitnehmen könnte. Ich merke, dass ich gerade etwas emotional werde. Aber das, was mich wirklich aus tiefer Überzeugung antreibt: Ich denke, man kann immer sagen, macht das besser, anderen vorschreiben und sagen, okay, das musst du ändern, das musst du anpassen – also immer dieses „Du" und „müssen" –, anstatt zu sagen: Ich kann. Und
ich kann das im kleinen Rahmen für mich verändern, kann vielleicht dadurch bei jemand anderem eine Veränderung anstoßen. Und viele Ichs sind dann auch ein großes Wir. Dann kann eine Veränderung kommen. E-Mobilität alleine wird die Welt auch nicht besser machen. Der Klimawandel wird nicht gestoppt, nur weil wir mit dem E-Auto fahren. Aber E-Mobilität, erneuerbare Energien, dynamische Stromtarife, die dich im Geldbeutel belohnen, weil du grüne Energie nutzt, Flottenbetreiber, die verstehen, wenn sie nachhaltiger unterwegs sind – nicht nur nachhaltiger mit dem Fahrzeug auf der Straße, sondern
auch nachhaltiger für den eigenen Geldbeutel –, dann ist das auch so eine Aufwärtsspirale, die sich immer weiter hochschraubt. Und ich glaube, wenn die an dem kritischen Punkt ankommt, dann kann sich hier viel bewegen, und wir haben hoffentlich das Thema Klimawandel ziemlich stark verlangsamt, hoffentlich gestoppt und idealerweise mit Forschung in diesem Bereich können wir es auch wieder zurückfahren. Und das wäre schön. Also, wenn ich das noch erleben darf, würde mich das freuen. Ich würde es mir zumindest für die nachfolgenden Generationen wünschen. Ja, da bin ich
komplett einer Meinung. Hast du noch eine letzte Nachricht für die Zuhörer, oder wie man dich findet? Gerne bei elektroauto-news.net vorbeischauen. Ich glaube, von dort aus findet man alles. Von unseren Redakteuren, die da echt eine tolle Arbeit leisten – ohne mein Team wäre das Portal nicht da, wo es ist, weil ich könnte das gar nicht alleine leisten. Ich mache da aus meiner Wahrnehmung, zumindest gefühlt, nach außen hin das wenigste in Form
von Newsartikeln oder Hintergrundberichten. Das macht ein ganz tolles Team für mich mittlerweile, wofür ich sehr dankbar bin. Ich versuche, meinen Teil hinter den Kulissen oder mit Gesprächen mit dir und anderen Gründern in meinem Podcast zu machen, mache den Newsletter, und freue mich einfach, wenn ihr dort vorbeischaut. Und dann bleibt mir nur, Danke zu sagen fürs Zuhören und dafür, dass ich hier erzählen durfte. Danke. Danke, Sebastian. Bis bald. Bis bald. Damit sind wir am Ende einer weiteren Folge von Smart Charge by RiDERgy. Hier noch mal
die zentralen Erkenntnisse: Vom Controlling- beziehungsweise Einkaufsmanager zum E-Mobility-Evangelisten – Sebastian hat 2016 nebenberuflich das damals kaum beachtete Portal Elektroauto-News übernommen, weil er sein Know-how aus Industriekaufmann, Controlling und BWL in die E-Mobilität einbringen wollte. Ein Angela-Merkel-Statement zur Elektromobilität lieferte den ersten Traffic-Boost. Sein unermüdlicher Aufbau eines Autorenteams und der Aufbau zu täglichen News-Updates haben das Portal bis heute auf über 1,2 Millionen Unique Visitors und eine LinkedIn-Top-Voice-Position gebracht. Warum Smart Charging und bidirektionales Laden noch warten: Technisch sind Fahrzeuge, Ladepunkte und sogar Haushaltszähler auf dem Stand
Doch Regeln und Tarife bremsen dynamische Stromtarife: Anschluss-Regularien und fehlende flächendeckende Smart-Meter-Rollouts sorgen dafür, dass viele Anwendungen politisch noch nicht erlaubt oder wirtschaftlich nicht bezahlbar sind. Bis ein stabiler, europaweiter, einheitlicher Rechtsrahmen steht, dauert es nach Sebastians Erfahrung leider noch Jahre. Welche Durchbrüche stehen an? Sebastian sieht Solid-State-Batterien als nächsten Gamechanger – höhere Energiedichten und schnellere Ladezeiten werden möglich. Parallel dazu wird autonomes Fahren in der Logistik, zum Beispiel Elektro-Trucks, Fahrt aufnehmen und neue Sektorkopplungsmodelle entstehen, etwa PV-Speicher-to-Heimnetz-Verknüpfungen. Außerdem spürt er, wie Chinas Milliardenmarkt jetzt
mit China EV Pulse in Europa anrollt, und glaubt, dass uns die günstigsten, softwaregetriebenen Modelle von dort bald auch hier flankieren werden. Wenn euch diese Zusammenfassung Mehrwert gebracht hat, abonniert Smart Charge by RiDERgy, hinterlasst uns eine Rezension und schreibt uns auf LinkedIn, welche Insights ihr als nächstes vertiefen möchtet. Besucht Sebastian und sein Team auf Elektroauto-News für News und tiefgehende Analysen. Danke fürs Zuhören. Bleibt elektrisch und bis zur nächsten Folge.
Notizen zur Folge
In dieser Folge begrüßt Claudio Sebastian Henßler, den Kopf hinter Elektroauto-News.net - Deutschlands großes E-Mobility-Portal mit über einer Million Unique Visitors pro Monat. Sebastian schildert seinen ungewöhnlichen Karriereweg, erklärt, wie sein Team täglich Nachrichten produziert und welchen Einfluss China-Trends auf den europäischen Markt haben. Außerdem diskutieren wir, warum Smart-Laden und Bidirektionalität langsamer kommen als erwartet, welche technologischen Durchbrüche bei Batterie und Autonomie wirklich relevant sind und wie Medien die Transformation begleiten.