Claudio Geyken, Gründer von RiDERgy - Smart Charging, Pragmatismus und E Flotten für die Energiewende
Transkript
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Ganz ehrlich.
Wenn man mit 11 Jahren auf dem Schulhof quasi einen Schwarzmarkt für Marsriegel aufzieht, heute fließend neun Sprachen spricht und E-Flotten für Milliardenkonzerne optimiert, dann merkst du, du hast einen echten Hustler, einen echten Unternehmer vor dir. Es gibt wenige Menschen, die mit so viel – ich würde sagen – Herzblut und unfassbar viel Optimismus an der Energiewende arbeiten wie mein heutiger Gast, und auch für mich einfach ein guter Reminder, warum ich den Podcast aufnehme. Das Gespräch hat mich wirklich extrem inspiriert. Und ich hoffe, die Folge gefällt euch genauso.
Moin zusammen und herzlich willkommen in einer neuen Folge der Energiezone – euer Podcast, in dem wir die Energiewende greifbar machen und die Geschäftsmodelle der Branche analysieren. Mein Co-Host Alex Graf ist heute nicht mit dabei, deswegen habt ihr mich heute ganz für euch. Ich bin Ilan, Dr. Ilan Momba, einer der drei Geschäftsführer von O Energy. Ganz kurz gesagt: Was machen wir bei O Energy? Wir sind eine Softwarefirma, jetzt drei Jahre alt, vor ziemlich genau drei Jahren im April gegründet. Und wir vereinfachen die
Energiebeschaffung für Industrieunternehmen in Deutschland massiv. Und wie machen wir das als Softwarefirma? Na ja, indem wir Software entwickeln, die genau dies tut – Lösungen, die es unseren Kunden ermöglichen, die – ich sage mal – Volatilität der Märkte, also bei Preisen und bei Nachfrage, nicht unbedingt als Risiko zu sehen, sondern als echten Wettbewerbsvorteil zu nutzen. Und das klappt ziemlich gut. Wir verwalten heute Energie im Wert von mehreren 100 Millionen € und mehr als eine Terawattstunde Strom und Gas. Genau. Übrigens zu diesem Thema, wie man Preisvolatilität
smart für sich nutzt: Wir veranstalten in Kürze auch wieder am 23. April um 13:00 Uhr mittags ein spannendes Webinar. Wenn ihr euch anmelden wollt, schreibt mir einfach eine LinkedIn-Nachricht und da kriegen wir euch da rein. Und – ach so – Gleiches gilt auch für das Energiefrühstück auf der OMR. Da sind wir auch wieder mit dem Ressourcenmanagement am Start. Details kommen noch. Aber genau, jetzt zu unserem heutigen Gast. Ich durfte die Mikros im schicken Dena Future Energy Lab in Berlin einfach mit nutzen – einer echt coolen Location für
Energie-Startups. Mir gegenüber saß Claudio Geyken, der Gründer von RiDERgy. Kurzer privater Disclaimer: Ich kenne Claudio jetzt schon eine ganze Weile. Unsere Geschichte geht zurück auf die KTH in Stockholm vor fast 15 Jahren. Er ist mir damals schon aufgefallen, weil er dort eine internationale Fußballmannschaft initiiert hat, ins Leben gerufen hat. Wir haben zusammen gekickt und wir waren beide – wenn ich mich richtig erinnere – auch riesige Elon-Musk-Fanboys zu einer Zeit, als Tesla noch nicht so ganz bekannt war und
eher noch nischig war. Er ist auch kein richtiges Startup mehr, aber war damals deutlich unbekannter, und man konnte Elon einfach nur für seine unternehmerische Leistung bewundern. Ja, da ist er noch nicht so abgedriftet. Und die Welt war vielleicht auch einfach noch nicht so politisch aufgeheizt. Aber warum Claudio hier in der Energiezone? Der hat seit Stockholm eine ziemlich krasse Geschichte hingelegt. Er hat bei Northvolt ganz früh mitgewirkt. Und ich würde sagen, heute bewundere ich Claudio vor allem als Unternehmer. Er hat mit RiDERgy eine
mega coole Firma gebaut, komplett bootstrapped, extrem lean, aber mit richtig namhaften Kunden wie HelloFresh und Audi an Bord, und expandiert gerade Richtung China – spricht natürlich auch noch Chinesisch, wie er im Podcast beweist. Er scheint für mich einfach genau die richtigen Dinge zu bauen und zur richtigen Zeit. Gerade jetzt, wo wir in diese Agentic-AI-Future schauen, ist für mich persönlich Claudios pragmatischer, fokussierter Ansatz wirklich ein Vorbild – ökosystemgetrieben. Und was wir für uns bei O Energy
mitnehmen können: Wir sprechen über Smart Charging, warum wir Pragmatismus in der Regulierung brauchen und wie wir von der Umsetzungsgeschwindigkeit in China lernen können. Soweit erst mal die lange Intro. Ich wünsche euch ganz, ganz viel Spaß bei dieser Folge mit Claudio Geyken von RiDERgy. Auf geht's, ab geht's, let's roll.
Alright, zweiter Anlauf. Wir müssen einfach kurz erzählen: Wir haben jetzt gerade 25 Minuten aufgenommen und vergessen, auf Aufnehmen zu drücken. Aber vielleicht liegt es auch an der Technik – wir wissen es nicht. Wir schieben es mal auf die Technik. Claudio, herzlichen Dank für die Einladung. Gerne. Dafür kriegen wir das jetzt im zweiten Anlauf noch viel flüssiger und noch viel besser und noch viel lustiger und smarter hin. Herzlichen Dank für die Einladung hier ins Dena Future Energy Lab. Wenn ich das
richtig zusammengebracht und ausgesprochen habe – hier einmal rumgelaufen in Westberlin, neben der Königlichen Porzellan-Manufaktur. Korrekt, so ein fancy alter Backsteinbau, der irgendwie schick renoviert wurde. Und dann direkt daneben über drei Etagen ein krasses Office. Du hast mir eine Tour gegeben und ich bin geflasht und total positiv beeindruckt. Wir nehmen auch in einem hochprofessionellen Podcaststudio auf, das zu der besten Technik gehört, die die Energiezone bisher gesehen hat. Aber genau – vielleicht kannst du kurz einmal was sagen: Wo
Sind wir hier eigentlich? Was ist das für ein krasser Space? Ja, genau. Ich finde auch die Technik hier ist überragend. Ich freue mich auch immer, meinen Podcast da aufzunehmen. Smart Charge by RiDERgy, wo wir vor allem über intelligentes Laden sprechen. Wo sind wir? Das ist quasi die Dena – eine Organisation, die vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert ist. Und da geht es vor allem um Themen wie: Wie schafft man es, die regulatorischen Hürden oder Ansätze, die der Markt braucht, wieder hinzubringen zur Bundesregierung?
Und auch geht es darum, Innovation zu fördern, beispielsweise wie Startups hier in diesem Lab, wo jedes Startup, das sich mit Energie beschäftigt, auch hier einen Zugang hat zu einem Raum, den man auch umsonst einige Monate kriegt und dann sich auch vernetzt mit der Community im Energiebereich. Klaus Müller von der Bundesnetzagentur war hier erst vor kurzem, und viele andere Wirtschaftsvertreter. Geschäftsführer sind auch immer mal wieder hier. Und Politiker natürlich. Und das ist auch sehr viel wert, wenn man vor allem ein Energie-Startup hat und Sachen mal
beschleunigen will und Zugang haben will. Und wie viele Startups sind hier so? Ich glaube, in der Community sind es so unter 100, aber die genaue Zahl kenne ich nicht. Auf jeden Fall einige Dutzend. Und die sitzen auch alle hier? Nee, nee, die, die hier vor Ort sind, würde ich sagen, ein Dutzend. Und dann rotiert es halt. Okay. Ja. Also, ein Event-Bereich gibt es ja auch mit einer großen Bühne und professionellen Veranstaltungen, relativ offen auch für Leute, die sich im Energiebereich
beschäftigen, dann auch zugänglich. Also, kann ich empfehlen, auch auf der Webseite die Events sich mal anzuschauen. Okay, und nicht nur für Berliner, sondern eigentlich deutschlandweit – genau, es gibt auch immer wieder Veranstaltungen, die wirklich auch deutschlandweit Charakter haben. Ich habe gerade das SET Magazin oder das Future Energy Magazin in der Hand. Und da auch irgendwie ein paar bekannte Gesichter aus der Berliner, aber auch deutschen Energie-Startup-Szene – irgendwie Eolian Energy, Gruppe Adventures, ich weiß nicht, ganz viele so wichtige Player, total viele Investoren auch.
Ja, mega gut. Und wie lange sitzt du schon hier? Wie ist dein Involvement mit der Dena? Also, ich bin auch hier schon mittlerweile über einem Jahr. Habe mit der Dena schon auch eine Historie gehabt. Davor hatte ich auch bei regulatorischen Fragestellungen spannende Vorträge und Events gehabt, Kontakte gehabt, und auch ein Mentoring-Programm, wo man ganz gezielt auf unser Geschäftsmodell eingegangen ist. Bei RiDERgy. Geil. Ja, ich meine, wir können ja offen
und ehrlich sein. Wir beide kennen uns schon eine ganze Weile. Du bist ein alter Hase im Geschäft. Ich habe dich kennengelernt – irgendwie so, es muss so vor 15 Jahren oder sowas gewesen sein. 2012, 2013 oder so. Da waren wir an der KTH in Stockholm. Du hast einen Master gemacht und ich habe einen Teil meiner Promotionsarbeit da gemacht. Und du hast ein Fußballteam ins Leben gerufen, das so mega cool und international war. Und daher kenne ich dich. Aber
wir haben auch sonst, wenn man auf unsere CVs guckt, irgendwie relativ viele – ich sage mal – Überlappungen. Also, du kommst auch aus Berlin. Du bist auch nicht Vollblutdeutscher, sondern hast irgendwie so einen bunten Hintergrund. Und du warst doch am KIT, also am Karlsruher Institut für Technologie, vorher. Also irgendwie – are you following me? Ja, ich versuche. Ich bin ja ein paar Jahre, glaube ich, jünger. Dann versuche ich dir natürlich so viel wie möglich zu folgen als großer Bruder. Nein, Spaß beiseite. Ja, interessante
Zufälle. Ich fühle mich auch sehr multikulti, und in dem Sinne, weil meine Mutter Italienerin ist und mein Vater Deutsch. Er war in Paris geboren und hat dann eine französische Laufbahn gehabt. Diese drei Kulturen. Und ich hatte dann auch im Zuge dieses Masterprogramms, was du erwähnt hast, viel Kontakt auch zu 80 Nationalitäten, also Leute aus der ganzen Welt. Und ich fand, dass diese Mischung die Welt deutlich spannender macht. Und das hat mir vor allem auch diese Erfahrung mit der KTH
und dieses Masterprogramm von Nano Energy dann auch mitgegeben. Ja. KIT war jetzt nicht ganz so bunt – da war sozusagen das Einzugsgebiet eher Deutschland, aber auch gute Uni und irgendwie Elite-Uni-Leuchtturm. Ein gutes Basis-Maschinenbaustudium habe ich da bekommen. Genau. Aber dann wäre vielleicht diese Two Hearts Community – da bin ich Teil hier in Berlin – auch was für dich, so für Leute mit ein bisschen diverserem Hintergrund. Aber du hast ja mindestens drei Herzen, wenn ich dich das richtig verstanden habe. Okay, aber erzähl
mal. Also, du hast irgendwie was mit Ingenieurwesen studiert und dann irgendwas mit Energie gemacht, oder? Genau, in einen anderen Podcast – irgendwas mit Energie. Nein, Spaß. Also, ich habe die Energiewende seit 2004 begleitet. Da hatte ich angefangen – da war ich noch in der Schule – mich tatsächlich als Jugendlicher damit zu beschäftigen, weil das Projekt und die Vision einfach spannend waren. Und als wir noch nicht mal 5 % Erneuerbare im Netz hatten, waren viele skeptisch, dass wir mehr schaffen würden. Und von
So von vielen Aspekten können wir eigentlich profitieren. Auch insbesondere sehr relevant – jetzt ohne Krieg. Ich finde die geopolitischen Aspekte von Energie essenziell, auch zu verstehen, wie wichtig Energie in dem Kontext ist und dass die Erneuerbaren uns da deutlich mehr Flexibilität geben. Und ich sehe auch eine friedvolle Welt mit erneuerbaren Energien. Das hat mich auch sehr motiviert – günstiger, grüner und so weiter. Das Projekt ist einfach cool. Und deshalb habe ich mich dann auch entschieden, im Studium erst mal einen guten Basisstudium Maschinenbau, aber
dann auch schnell mich zu vertiefen. Und dann hat mich das mit der Innovation auch noch mal sehr stark gefallen. Bei Inu Energy ging es vor allem darum – vielleicht noch mal kurz als Kontext, weil es spannend ist in diesem Kontext –, also Inu Energy ist von der EU-Kommission ins Leben gerufen worden, um Forschung und Business und vor allem Bildung besser zu vernetzen. Und eines der Manifestationen waren diese Masterprogramme, aber auch PhD-Bildungsprogramme und vor allem Investments in Startups und
die dann auch zu vernetzen, schon relativ früh, um Ingenieure zu haben, die nicht nur technikbegeistert sind, sondern die auch in die Business-Welt können. Und das ist ja nochmal ganz was anderes. Das hat mir sehr gut gefallen. Und dann habe ich mich auch entschieden, während des Studiums schon eine Community mit aufzubauen – aus Unternehmern und Studenten verschiedenster Art. Ich hatte dich auch mal eingeladen als Sprecher während der Zeit. Und genau, das war eigentlich eine ganz coole Community.
Und da warst du nicht nur in Stockholm, sondern irgendwie auch an verschiedenen Standorten. Ja, war ich ein bisschen überall. Wir waren europaweit und hatten 60 Events pro Jahr. Letztendlich hatte ich das in, ich glaube, 20 Städten europaweit aufgebaut. Und genau. Ich habe das quasi erst mal im Studium angefangen, nur so pro bono, und habe das dann dem CEO von Inu Energy gepitcht. Und er hat mich dann eingestellt. Okay, mach das weiter. Und das war quasi nicht die klassische Ingenieurslaufbahn. Und so hatte
ich da weitere Ideen und konkrete Sachen, die ich hätte machen können. Aber dann habe ich das gemacht. Und das hat mir auch sehr gute Einblicke gegeben in die ganze regulatorische Innovationsszene und Startup-Szene europaweit in der Energie. Und das habe ich dann fünf Jahre lang gemacht, bis ich dann zu RiDERgy kam. Ja. Okay. Also, man merkt schon, du hast relativ früh schon so einen Unternehmergeist gehabt. Du hast da Ideen gepitcht und so. Also, auf
jeden Fall hast du diese Fußballmannschaft, glaube ich, mitinitiiert. Und ich weiß auch, dass du irgendwann ziemlich coole Austauschplattformen initiiert hast – diese Renewable Energy Group auf LinkedIn. Du hast immer irgendwie irgendetwas angestoßen. Eine sehr lustige Anekdote, die ich vielleicht – vielleicht würde die den Rahmen sprengen – in der Schule gehabt habe. Ja, los, schieß los. Okay. Ja, die ist vielleicht auch nicht so die, die man so öffentlich erzählt. Aber wie auch immer, wir
haben gesehen – ja, wir sind hier unter uns. Ich hatte in der Schule entdeckt, dass es vor allem viele Mitschüler gab, die sich Snacks – zum Beispiel Snickers – gekauft haben. Habe ich auch gegessen. Und das war relativ teuer. Also als Schulkind, wenn man da so 2 € für einen Snickers ausgegeben hat. Und dann habe ich das quasi in der Schulpause günstiger angeboten als die Kantine.
Und ich hatte immer so monatliches Geld, das ich mir alles zahlen müsste – 40 €. Das hat mir dann relativ gut geholfen mit der Zeit. Was war deine Marge? Relativ gut. Ja, das Stichwort Marge. Da habe ich auch viel über Business gelernt. Da war ich schon 11 Jahre alt. Also da habe ich quasi Markenprodukte verkauft. Und dann habe ich gemerkt: Die Eigenmarken von Aldi kommen auch noch gut an bei den Mitschülern. Und da ist die Marge deutlich höher. Also
habe ich dann quasi diese Eigenmarken verkauft. Und dann kann man sich vorstellen: Ich kam immer in die Schule rein mit richtig vielen Snickers und Massen – relativ viel. Mein Schulranzen war vollgepackt. Hab dann auch relativ viel in der Schule gelagert. Aber gewisse Sachen mussten kühl gelagert werden. Das heißt, ich musste den Kühlschrank der Familie füllen und die gekühlten Getränke jeweils zur Schule bringen. Hab da relativ gut verdient. Hat dann auch jemand
eingestellt – tatsächlich jemanden, der das mit mir verkauft hat. Der hat auch noch mal seinen Cut vom Business bekommen. Du warst ein Zuckerdealer. Du hast so Sachen geflippt. Da muss man heutzutage mit Zucker aufpassen. Und na ja, die Geschichte hat ein trauriges Ende gefunden, weil jemand in mein Lager eingebrochen ist. Und dann konnte ich den aber nicht so richtig fordern, dass er mir das zurückzahlt, weil er mit seiner Clique noch ein bisschen mehr war. Und dann bin ich zur
Schuldirektorin gegangen. Und dann hat sie nicht so reagiert, wie ich es wollte – nämlich ihn irgendwie bestrafen –, sondern sie hat mich bestraft: „Warum verkaufst du denn hier so Sachen in der Schule?" Und dann war das das Ende des Businesses. Geile Anekdote. Das wusste ich noch nicht über dich. Aber du bist sozusagen – also, das finde ich auch irgendwie spannend an dir – du bist ziemlich lang schon irgendwie mit diesem guten Überblick und auch einer gewissen technischen Tiefe in der Energiebranche und der Energiewirtschaft unterwegs.
Und ich weiß auch, so eine der ersten Erinnerungen, die ich habe: Also so 2012, 2013, als ich hier in Stockholm war und wir da Fußball gespielt haben. Auf deine Initiative hin, mit so einem auch sehr internationalen Team. Grüße gehen raus an Afsal, meinem Prof damals. Das war echt eine coole Zeit. Aber dass du auch so ein bisschen, so wie ich damals auch schon Fanboy von Elon Musk warst. Das war so die Zeit. Da kannten den noch nicht viele. Da musste
man schon mal ein bisschen in der... Ich kannte den 2009, als ich auf der Plug-in America war. Da war ich in Berkeley, da habe ich meine Diplomarbeit geschrieben. Also, so alt bin ich – damals hieß es noch Diplom. Und da war ich auf der Plug-in. Und da hatte Tesla einen Stand. Aber da war Tesla so nobody new. Die waren dann 30, 40, 50 Leute oder so, und auch so ein irgendwie ein bisschen genialartiger, verrückter Unternehmer namens Elon Musk. Und du kanntest den auch schon. Und du
warst auch schon so total involviert und kanntest den Master Plan One. Und du hast dich auch mit den Details davon beschäftigt, hast auch die Pitches und so verfolgt. Das hat ja auch relativ viel Zuspruch damit bekommen. Ja, Elon Musk ist auf jeden Fall ein Idol gewesen von mir – Betonung auf "Idol" und Betonung auf "gewesen". Ich hatte mich ja sehr früh für ihn begeistert und für die Elektromobilität. Das heißt, ich hatte da auch Tausende Sachen gelesen. Jedes Mal, wenn
es was Neues gab, habe ich mich damit beschäftigt. Und ich finde auch die Vision passt so gut zusammen mit der Energiewende: Elektromobilität – das ist eine coole Schnittmenge. Und Tesla hat da sehr viel für die Welt in die Richtung gemacht. Und ich glaube, da sollten wir auch dankbar sein dafür. Aber klar, die Person hat sich leider sehr stark ins negative Licht gebracht in den letzten Jahren, und da habe ich mich auch sehr abgewandt. Ja, auf jeden Fall – unternehmerisch total beeindruckend, was er da
geleistet hat, aber auf anderen Ebenen noch mal ganz anders. Und dann habe ich gelesen, dass du irgendwas mit Northvolt zu tun hattest, relativ früh schon – also dass du beim Aufbau mitgeholfen hast, sage ich mal. Ja, genau. Northvolt ist eine spannende Geschichte gewesen. Das waren ja auch Ex-Tesla-Mitarbeiter, die die Gigafactory in Nevada, die erste, aufgebaut hatten, und dann zu uns nach Europa gekommen sind. Und vor allem Ino Energy war einer der ersten Investoren und hat auch die Türen geöffnet in die Europäische Kommission, und die ersten Gelder auch der Investitionsbank und so weiter.
Das waren dann 40 Millionen, mit der Idee und dem Kernpitch: "Hey, wir brauchen sehr, sehr viele Gigafactories in Europa" – ich glaube 30 an der Zahl, so grob. Und das sollte auch nicht nur Tesla und die Chinesen oder Asiaten machen, sondern das sollten wir auch Knowhow haben in Europa. Und dann waren die Energiekosten im Norden Schwedens deutlich günstiger. Und dann hat er gesagt, wir bauen die erste dort. Und dann
ja, kurze Geschichte: Ich habe da vor allem auch geholfen in Sachen Talentakquise – die Talente, die man gebraucht hatte, in den verschiedenen Netzwerken Europas, die es so gibt, zu finden. Und das war auch eines der wesentlichen Probleme, weshalb es nicht geklappt hat, muss man auch sagen, weil es nicht so einfach war, Talente zu finden, die genügend Knowhow mitgebracht haben im Zell- und Batterieaufbau. Und da, wenn man eine Erkenntnis aus dem Ganzen nehmen kann, ist vor allem: Wie schaffen wir es, strategisch Talente zu
akquirieren – sei es über Joint Ventures oder anderweitig, beispielsweise mit den Chinesen –, um dann zumindest am Anfang genügend Knowhow schnell aufzubauen, und dass es nicht daran scheitert. Das eine. Und das Zweite ist das Thema Energie: Ob das jetzt wirklich das Wichtigste gewesen wäre, da in Nordschweden? Die Talente auch nach Nordschweden zu bringen – klar, Energiekosten sind niedriger da, aber ist das das Wichtigste am Anfang? Und dann zu guter Letzt waren die Gründer ein bisschen nicht fokussiert genug – also
haben so viele Opportunitäten zunächst gesehen, dass sie zu viel auf einmal angepackt haben und dann nicht erst mal die Hausaufgaben gemacht. Also die Skalierungsphase eines Startups – da sollte man die Hausaufgaben am Anfang machen und dafür sorgen, dass gewisse Sachen stehen, bevor man zu schnell skaliert. Und das war auch ein Beispiel dessen auf sehr, sehr großer Skala. Die haben ja, glaube ich, zweistellige Milliardenbeträge bekommen. Ja, ich weiß noch, als die Gigafactory in Nevada announced wurde: "The Machine that builds the Machine." Das war schon. Das
war schon geil. Ja, diese Technology Unveils und die Product Releases – die waren schon immer irgendwie spannend zu sehen. Aber okay, da hast du also sozusagen ein bisschen Community- und Finanzierungsperspektive irgendwie auch mit eingenommen. Aber jetzt bist du wieder zurück in Berlin. Und was machst du? Ja, ich habe mich entschieden, nachdem ich bei Ino Energy vor allem in Barcelona war, wieder zurück mit dem Startup nach Berlin zu kommen – warum Berlin? Berlin ist die Startup-Hauptstadt Europas. Hoffentlich wird
sie noch mehr weltweit. Da würde ich mich auch freuen. Und dann zweitens: Deutschland ist ja die wichtigste Wirtschaftsmacht Europas, und insbesondere Automobil und Energiewende sind sehr weit vorangeschritten. Schon klar, in Europa gibt es auch andere Länder, die die Energiewende haben, aber diese ganzen Faktoren zusammengenommen – das war, denke ich mal, ein guter Punkt, auch hier zurückzukommen und dann RiDERgy aufzubauen. Und was RiDERgy macht, kann ich gleich erklären. Ja, also vielleicht noch einen Punkt: Du hast ja auch einen eigenen Podcast, Smart Charge by RiDERgy, und
wir gerade fahren. Wie viel Gigafactories gibt es eigentlich? Jetzt haben wir 30 in der Welt oder in Europa? In Europa – oder wie viel? Also, es ist immer ein bisschen kompliziert zu sagen, wie viel es genau jetzt sind. Es gibt einige, die im Bau announced sind. Aber ich würde sagen, die jetzt konkret im Bau sind, sind schon relativ viele – vielleicht so ein Dutzend. Ich weiß es aus dem Stand nicht. Aber die, die jetzt live sind, da reden wir um. Und wäre
das auch ein Thema, was ihr bei euch im Podcast habt? Oder ist das eher Business-Modell- und strategiegetrieben, was ihr da besprecht? Oder geht ihr auch richtig in Fertigung und, keine Ahnung, die richtigen Hardware-Tech-Specs und so rein? Nein, das wäre ein bisschen zu weit vom Scope, glaube ich. Also der Podcast, weil wir versuchen schon intelligentes Laden von Elektroflotten und Elektrofahrzeugen zu machen. Und dementsprechend neue interessante Batterieinnovationen, wie die aus Finnland, die jetzt gehypt wird – da könnte es sein, dass
wir gerne mal einen Gründer im Podcast hätten. Aber die Fertigungstechniker für Batterien – das wäre ein bisschen zu weit vom Kernthema. Also, wer die kennt: bitte connecten. Wir hätten Interesse an einem Interview. Okay. Aber dann lass uns – ich fände es gut, wenn wir es schaffen, in dieser Folge sowohl deine Makroperspektive, deinen Überblick über die Branche und was so die Trends sind, abzudecken. Du kommst doch gerade aus China. Du warst bei der Slush. Und diese ganzen
Themen – du bist ja auch sehr aktiv auf LinkedIn, die du da als Content spielst. Aber ich fände es auch gut, richtig in die Tiefe zu gehen bei dir und deinem Startup und was ihr da so macht. Also, vielleicht fangen wir da an. Unternehmer-Story haben wir schon so ein bisschen gecheckt – vom Schulhof-Maaßverkäufer zum Berliner Energie-Startup. Aber genau, erzähl mal: Was ist RiDERgy? Was macht ihr da? Was ist euer Produkt? Also, eines der Kernherausforderungen der Energiewende – für alle, die
hier länger zuhören, das ist keine News, aber trotzdem nochmal sinnvoll hervorzuheben – ist ja die Flexibilität. Das ist die neue Währung und die neue große Herausforderung. In verschiedenster Art und Weise manifestiert sich das. Wir brauchen Flexibilität, also den Zeitpunkt und wie man die Leistung vor allem auf der Nachfrageseite und auch in der Produktion angeht. Aber vor allem die Nachfrageseite und die Batterien: Wie schaffen wir es, dass das gut geregelt ist, damit die Netze uns nicht als Hürde –
wie soll man sagen – entgegenstehen, und wir dann die 100 % Erneuerbare erreichen. Nun ist es so, dass die Netze auf jeden Fall begrenzt sind, die Elektroinstallation begrenzt ist. Also braucht man allein für das Laden von Elektrofahrzeugen ab einer bestimmten Größe ein System, das das managt – ein sogenanntes Energiemanagementsystem oder eine Energiemanagementsoftware. Und dann zweitens: Es gibt verschiedene Stufen der Intelligenz, wenn man so will, bei der Energiemanagementsoftware. Das eine ist einfach nur sicherzustellen, dass eine gewisse
Grenze nicht überschritten wird – so ein ganz einfaches Lastmanagement. Aber sobald es dann ein bisschen komplexer werden muss, trennt sich schon die Spreu vom Weizen. Da muss man viel mehr Datenverständnis haben, Echtzeit-Datenverarbeitung. Und dann geht es viel mehr auch um Software-Komplexitäten und interoperable Systeme, die man braucht – also sprich Eigenverbrauchsoptimierung von Solar im Zusammenspiel mit der Batterie: Wie lädt man eine Flotte? Und vor allem auch Strommärkte und die Verteil- und Übertragungsnetze, wenn man die auch noch berücksichtigen
möchte, und das ganze Thema bidirektionales Laden. Da spielt relativ viel Musik und viel Komplexität mit rein. Und da waren die Lösungen, die ich am Markt gesehen habe, bei weitem noch nicht so weit – aus verschiedenen Gründen. Meines Erachtens war es vor allem Timing, und Timing ist bei Innovationen und Startups hauptsächlich der wichtigste Faktor. Deshalb fokussieren wir uns bei RiDERgy vor allem darauf, da einen wesentlichen Baustein zu bringen an die Stakeholder am Markt – sei es die Hardwarehersteller, aber sei es auch Energieversorger etc., die
genauso eine Software brauchen, die es erlaubt, als Schicht vor allem Ladeprofile zu erstellen von Fahrzeugen, sodass die Fahrzeuge möglichst günstig und zuverlässig laden und die Energiewende auch gelingt. Das ist, sagen wir mal, die Kernidee. Und dann natürlich gibt es viele weitere Aspekte, wie wir das jetzt im Markt auch als Produkt schon haben und wo wir hinwollen, auf die ich gerne nochmal eingehen kann. Ja, total. Also ich habe mich ein bisschen schlau gemacht
vorher und auf LinkedIn recherchiert, was du da so geschrieben hast. Und du schreibst unter anderem von einem Chasm in der Elektromobilität – also die Early Adopter sind so ein bisschen durch, aber die Masse zögert noch ein bisschen. Und was würdest du sagen: Was ist das größte Hindernis, der größte Bottleneck, was noch sozusagen fehlt, um die Energiewende mit Elektromobilität und Flottenmanagement so richtig zu treiben? Ich glaube, das eine waren bisher tatsächlich die Batteriekosten, die dann auch zu höheren Elektrofahrzeugkosten
geführt haben. Die gute Nachricht ist, dazu habe ich auch heute noch mal einen Post gemacht. Wir haben 99 % der Batteriekosten senken können in meinem Leben, also seit 1991. Die Batteriekosten wurden um 91 % gesenkt. Das ist relativ cool, solarähnlich. Und das brauchte es, weil vor allem der größte Batzen an Kosten bei so einem Elektrofahrzeug die Batterie ist, also beim Capex, sozusagen, bei der Anschaffung. Das ist das eine. Aber klar, das ist ja auch ein System. Elektromobilität ist
nicht nur das Auto, sondern wie man lädt. Und das ist eine Umstellung. Und bei jeder Umstellung, und vor allem bei dieser Umstellung, finde ich, ist es für die Verbraucher, die mitmachen müssen, eine der größten Umstellungen in ihrem Alltag – würde ich sagen – im Vergleich zu anderen Energiewendemaßnahmen. Also, so ein 100-%-Zertifikat, dass der Strom grün ist, da sind manchmal die Kosten die gleichen. Da braucht es nicht so viel. Aber bei der Umstellung der eigenen Mobilität ist
nochmal, glaube ich, die Hürde am größten bei der Veränderung des Verhaltens, dabei aber auch die Hebel am höchsten. Deshalb glaube ich, das wird sich jetzt relativ schnell ändern, sobald die Kosten wirklich attraktiv genug sind. Das sehen wir jetzt auch schon bei der Dieselkrise, wie plötzlich alle sich mal informieren: Wie sieht es aus mit der Elektromobilität? Wir nehmen auf – was ist heute, der 10. April? – also mitten in dem Nahostkonflikt, dem Iran-Krieg, der Energiemarktvolatilität, die wir da
sehen. Mittwoch ging es ein bisschen runter und Donnerstag, weil man gesehen hat, dass sich irgendwie Friedensgespräche abzeichneten. Und jetzt ist es aber wieder hoch, weil man dem Braten nicht so ganz traut. Und die ganzen Leute, die noch Benzin oder Diesel tanken, die spüren das natürlich noch viel mehr an der Tankstelle als Elektrofahrzeugfahrer. Aber, was macht ihr denn jetzt genau
und vor allen Dingen, wie verdient ihr Geld? Also, ihr baut Software für Smart Charging für Flotten. Wenn man ein konkretes Beispiel gibt – ich denke, es ist ein cooles Beispiel, weil wir hier in Berlin sind – ein Kunde von uns ist HelloFresh. Die elektrifizieren jetzt auch ihre Flotte für die Lieferung ihrer Kochboxen ganz stark. Das heißt, es wird verschiedene Depots geben, von wo
sie diese Boxen dann liefern, und die werden mit Ladeinfrastruktur versehen. Dieser Prozess ist noch nicht zu Ende. Die haben Aktivitäten in global 20 Ländern, vor allem in den USA, und hier in Deutschland haben sie auf uns vertraut, vor allem für das Energiemanagement. Was machen wir da konkret? Die haben Elektroinstallationen an diesen Depots, die eine reduzierte Leistung haben. Also man kann nicht alle Ladesäulen auf einmal laden. Das ist das eine große Problem, das sie haben.
Einen lokalen Blackout kennt man vielleicht, wenn man zu Hause mal eine Sicherung hat fliegen lassen. Das wollen sie natürlich vermeiden, wenn sie die Boxen liefern müssen. Das ist ein großes Problem, weshalb sie unsere Lösung brauchen. Wir messen in Echtzeit, wie viel Leistung genau da ist, und dann reduzieren oder erhöhen wir auf Basis dieses Wertes. Und zweitens ist es natürlich die Kosten. Die Netzanschlussleistung ist der eine Faktor. Aber die Lastspitzen führen auch zu Kosten bei den Netzgebühren, und auch die Energiebeschaffung
läuft in 15-Minuten-Intervallen. Für die, die diesen Podcast kennen, wissen es die meisten: alle 15 Minuten ändert sich der Preis. Mittlerweile ist es gang und gäbe in vielen Unternehmen. Da gibt es RLM-Zähler, und auf Basis dessen werden sie abgerechnet. Und wir laden dann, wenn die 15 Minuten am günstigsten sind. Und für diese Dienstleistungen, die wir erbringen und die sie nicht ohne uns erbringen könnten – also selbst können sie so eine Software nicht bauen –, da braucht es auch Integrationen mit den
Ladepunkten et cetera. Da benutzen sie unsere Lösung. Und wir verdienen Geld, klassisches Software-as-a-Service, ein Abo-Modell, wie man es von Netflix kennt. Und die Einsparungen überschreiten quasi unsere Leistung bei weitem. Und zahlen die das pro Ladepunkt? Gerade schon, aber in der Zukunft sei offengelassen, ob es auch mal pro Fahrzeug geht. Okay. Und HelloFresh ist einer der Kunden. Ab wann qualifiziert man sich
für euch als Kunde? Adressiert ihr eher die großen Logistikflotten? Oder geht das auch für, keine Ahnung, die Handwerkerbude bei mir um die Ecke in Berlin-Neukölln? Das Wichtigste für uns ist ein großer Energieverbrauch durch die Elektroflotte. Natürlich wollen wir perspektivisch auf ganz kleine Flotten skalieren, beziehungsweise sogar auf einzelne Elektrofahrer. Allerdings liegt der Fokus jetzt schon auf größeren Flotten. HelloFresh ist auf jeden Fall eine super Hausnummer, so ab 20, 30 E-Fahrzeuge fängt es an, das ist für uns interessant und natürlich auch für den Kunden. Aber
wir denken auch jetzt am Anfang, wo wir vielleicht noch weniger skalierbar sind als in der Zukunft, auf die größeren Unternehmen zugehen. Nicht vielleicht die ganz großen, weil das nochmal wiederum zu viel wäre, aber so die mittelgroßen – das ist so der perfekte Sweet Spot. Okay. Und was kommt beim Kunden raus? Also ihr versprecht – irgendwo habe ich gesehen – bis zu 80 % Kostensenkung, das ist natürlich eine Hausnummer. Vielleicht können wir ja ein Beispiel rechnen
20 Elektrofahrzeuge, die so und so viele Kilometer fahren. Keine Ahnung, wie viel fährt so – 100 pro Tag? Also je nachdem, was die Langstrecke ist, aber kann mehr oder weniger sein. Das können wir ja so rechnen: 100 Kilometer. Dann zahlt man pro 100 Kilometer – braucht man irgendwie 20 kWh oder so? Also mehr, also für die großen Fahrzeuge auch mit den Paketen und so 30 bis 40. Ja, so 25 bis 30. Okay, sagen wir 30. Und die Kilowattstunde für ein Gewerbe kostet was, 0,20
€, all in 20, 30? Genau. Also man muss jetzt mal überschlagen: 30 kWh mal 0,20 € = 6 € pro Tag, so roughly. Aber das ist ja ein Durchschnittspreis. Und wenn man zu einem guten Zeitpunkt lädt und die Lastspitze vermeidet und so, dann kommt man wahrscheinlich von den 20 € runter auf im Schnitt, keine Ahnung, 10, 12 € oder was? Ja, genau. Und dann auch die Energiebeschaffung noch mal optimiert, wo man zum Teil auch zu Nullkosten – jetzt sind wir in den Frühlingszeiten am Anfang
auch noch mal machen kann. Und was man sagen muss: also diese bis zu 80 % ist auf jeden Fall im Bereich des Möglichen, wenn wir alle Hebel haben. Also nicht nur die zwei jetzt genannten, sondern die, die wir jetzt schon mit HelloFresh machen, sondern auch das Stichwort Direktionalität und die Regelleistungserbringung bei Netzgebühren, dynamische Netzentgelte, die es ja dann auch geben wird, immer mehr in den Verteilnetzen. Und Eigenverbrauch habe ich vergessen. Ja,
Eigenverbrauchsoptimierung. Kannst du sonst noch was sagen zu – was weiß ich – eurer Entwicklung? Umsatz, Mitarbeiter, whatever is a good proxy sozusagen. Wo steht ihr? Wie lange seid ihr? Ich glaube, ihr seid – wir haben 22 – also ihr seid ein bisschen länger. RiDERgy gibt es seit 23, also ihr seid ein Jahr älter sozusagen. Also wir sind gebootstrapped, hauptsächlich, was für die – so ein Start-up sieht man. Wir haben zwar ein bisschen externes Kapital gesammelt, aber nicht so viel, aber auch Fördergelder, aber vor allem gebootstrapped, zwei Gründer, und
haben 22 gegründet. Haben jetzt einige Kunden – der größte ist bisher Audi. Und bei Umsätzen und Mitarbeiterzahlen reden wir eigentlich noch nicht drüber, so öffentlich. Aber die entwickeln sich gut, ganz gut. So dass ich zumindest noch top motiviert bin. Und beim Wachstum muss man ehrlicherweise sagen: unter der E-Mobilität haben wir auch gelitten. Ich habe mir auch viele Themen ein bisschen schneller vorgestellt. Das haben, glaube ich, alle in der Branche, als sie
sich da in den frühen 20er Jahren so aufgestellt hatten, gedacht. Okay, E-Mobilität, 15 Millionen E-Fahrzeuge war ja mal so ein Ziel von der Bundesregierung. Das kann man jetzt schon sagen: bei 2,6 Millionen Neuzulassungen, die es so gibt im Jahr in Deutschland, kommen wir, außer es wird exponentiell mehr Verkäufe geben, rechnerisch nicht hin. Das heißt, das war so ein Thema. Und das zweite Thema ist halt bei Energie – muss man sagen, das Thema hatte ich als vielleicht Energienerd –
ich dachte, dass es schneller ankommt, auch in den Köpfen, was die Potenziale so sind. Und die Annahme von Innovation ist gar nicht so einfach, muss man ehrlicherweise gestehen. Wenn man so mit Flottenleitern spricht und Leuten, die im Tagesgeschäft sind, die sind schon ganz weit weg von diesen Themen, von denen wir sprechen. Also die, die aus der Praxis kommen, muss man erst mal abholen. Und da gibt es so einige, wie jetzt die, die ich schon genannt hatte, die so extrem
enthusiastisch bei der Sache sind. Ich kann auch mal auf HelloFresh verweisen – wir haben eine coole Folge neulich auch aufgenommen mit dem Flottenleiter, hier auch ein Berliner. Genau. Immer gut. Also ist ja schon beachtlich: HelloFresh und Audi. Und wir sind sicher, du könntest jetzt noch ein paar mehr Logos namedroppen. Aber wie sieht es aus? Wie findet ihr die Kunden? Kundenakquisition, weil du hast ja gesagt, du hast ICP auch ein bisschen
eingegrenzt. Nicht die ganz großen, nicht die ganz kleinen. Also mein Handwerker um die Ecke, wenn er nur zwei Fahrzeuge hat und die sind noch nicht elektrifiziert, dann noch nicht so spannend. Also how do you find – wie? Ja, da haben wir verschiedene Strategien und Ansätze. Zum einen ist es Direktvertrieb oder Leute, die auf uns zukommen. Ich mache ja auch Inhalte, wie du schon gesagt hast – da kommen Leute schon auf mich zu, auf LinkedIn. Es ist schon so eine gute
Plattform, und jetzt auch unser Podcast. Das führt trotzdem auch schon zu Leuten, die auf mich zukommen. Nichtsdestotrotz – und das wäre auch meine Hauptstrategie – als Infrastruktur-Softwareanbieter wollen wir uns eigentlich eher so positionieren, dass wir mit Partnern viel arbeiten, weil wir von so vielen Stakeholdern abhängen, dass es wichtig ist, gute Partner zu haben, die wiederum die Projekte auch bringen. Also wie jetzt eine Charge Cloud, die ich gerne als Kernpartner habe, die quasi in allen Stadtwerken, die
es so gibt in Deutschland, aber auch in der DACH-Region, führende Backends für Ladesäulen sind. Und da sind wir der Energiemanagement-Software-Partner. Von solchen Arten von Partnerschaften kann man beidseitig sehr viel profitieren. Und da gibt es auch auf der Mobilitätsseite mehr Partnerschaften – auch eine, die noch in the making ist, aber sehr cool ist, zum Beispiel mit Leasinganbietern wie BNP Paribas Arval. Da gibt es verschiedene Stakeholder-Arten, mit denen man dann unsere
Energiemanagementsoftware gut kombinieren kann. Und wo kommt der Wettbewerb her? Sind das dann eher sozusagen diese EMPs, also Elektromobilitäts-Service-Provider? Ich habe ja eine EWE-Vergangenheit, weißt du, und EWE Go, die Firma, die ich bei der EWE aufgebaut habe. Die haben wir dann sozusagen umgehängt, erst als Schwesterfirma, dann quasi als Tochterfirma, übergeben an die EWE Go und das ganze Team. Deswegen kann ich schon noch ein paar Buzzwords droppen, so ein paar Drei- und Vier-Letter-Combinations. Oder sind
das eher so die CPOs, also die Charge Point Operator? Oder gibt es dediziert auch wirklich Flottenmanagement-Softwareanbieter? Ich weiß nicht – Gridx zum Beispiel. Also, ich will jetzt nicht deine Wettbewerber pushen, aber sozusagen: Wo kommt der Wettbewerb her? Und wie würdest du dich da differenzieren? Also, ich sehe den Markt als sehr dynamisch und noch nicht im Endzustand. Es gibt – ich glaube, kein Ökosystem ist je im Endzustand. Aber die E-Mobilität und die Energiewende sind
immer noch in einem so dynamischen Zustand, wodurch man nicht so hundertprozentig klarstellen kann, wer jetzt potenzieller Partner oder Wettbewerber ist. Und manchmal ist es auch so, dass manche Stakeholder Partner sind und manche eher Wettbewerber. Bei den EMPs sehe ich, dass manche sich in die Richtung Energiemanagement, Steuerung, Analytik und Intelligenz bewegen. Aber die wenigsten sind offen, darüber zu sprechen. Das wäre entspannend. Ja, natürlich. Wobei da
ohne zu stark ins Rabbit Hole reinzugehen – ich weiß nicht, ob die Rolle bestehen wird. Das ist gerade auch eine große Frage in der Branche. Es gibt Ansätze, wie man quasi nur die Ladepunktbetreiber hätte, ein bisschen wie bei einer Tankstelle, und die setzen dann den Preis, ohne Mittelmänner. In Sachen Transparenz für den Endverbraucher wäre es einfacher, hat aber auch seine Nachteile. Also unser Fokus ist jetzt
auch nicht unbedingt, die ganze Abrechnung und Zahlvorgänge zu steuern, sondern die Energieseite ist für uns spannender. Weshalb ich da auch manchmal nicht so tief drinstecke, wie andere Stakeholder das sehen. Aber wir sind offen, mit EMPs zu reden, und offen auch mit CPOs zu reden. Auf jeden Fall. CPOs sind unser präferierter Partner. Ich glaube, das ist noch mal näher, weil die noch mal näher am Ladevorgang sind – also näher an der Steuerung des Ladevorgangs. Die CPOs sind für uns relevanter als die EMPs.
Über Charge Cloud erreichen wir dann die CPOs, die wiederum mit den Flotten auch zu tun haben. Also man sieht, die Kette ist ein bisschen lang. Und genau. Zum Wettbewerb: Die Wettbewerber kommen aus unterschiedlichen Ecken. Manchmal sind das für bestimmte Features auch E-Mobilitätsplayer. Häufig sind es auch eher Energieplayer, die versuchen, den ganzheitlichen Ansatz zu fahren, dann aber wiederum nicht so
tief drinstecken, wie was eine Flotte braucht. Also vielleicht sind die stärker in einem Haushaltsszenario, wo es immer das Gleiche ist: eine Person hat ein Einfamilienhaus, und das ist dann relativ einfach abzubilden. Aber so eine Flotte mit Bussen, LKWs und so weiter sind ganz andere Welten. Und da sehe ich auch unsere Alleinstellungsmerkmale, weshalb wir uns darauf fokussieren: Diese Komplexität braucht eine Rolle, die diese Komplexität auch versteht und dann auch in der
Lage ist, sie zu lösen. Wir haben ja schon das eine oder andere Unternehmen und das eine oder andere Start-up in der Energiezone gehabt, die irgendetwas mit Elektromobilität, irgendetwas mit Smart Charging zu tun haben. Also zum Beispiel erinnere ich persönlich Voltfang, die ursprünglich mal gestartet sind, aus quasi alten Autobatterien stationäre Gewerbespeicher zu bauen, was sie jetzt aber glaube ich irgendwie anders machen. Aber du hast, glaube ich, mal eine These rausgehauen, dass es vielleicht gar keine stationären Speicher bräuchte,
also zumindest keine Gewerbespeicher behind the meter, weil Elektromobilität einen Großteil davon auch abdecken könnte. Stehst du noch dazu? Also ist das immer noch eine Aussage, die du so treffen möchtest? Also meine Kernidee – und ich glaube, da stehe ich nach wie vor dahinter. Selbst wenn die Batteriespeicher so günstig werden: Von First Principles gedacht – ich glaube, das sollte man immer machen – ist die Tatsache, dass wir Batterien in den Autos haben, die schon abbezahlt worden sind, die da stehen und nicht benutzt werden,
eigentlich sehr ineffizient. Wir müssen einfach nur diese Leistungselektronik und die Geschäftsmodelle ermöglichen, damit diese Batterie nutzbar ist. Und dann haben wir einen riesigen Batterie-Pool vorhanden. Selbst wenn man immer nur an den Einfamilienhaushalt denkt, wenn man Bidirektionalität denkt: Es gibt genügend Flexibilität auch in den Flotten-Use-Cases und auch im öffentlichen Bereich. Da gibt es ja auch coole Beispiele in Utrecht und in China. Das heißt, es wird immer zu einfach gedacht, Bidirektionalität immer nur mit dem
Einfamilienhaushalt zu denken. Da spielt am meisten Musik, weil die Fahrzeuge dort noch mal länger stehen. Aber trotzdem kann man auch die anderen nutzen. Und wenn man sich die Batteriegröße vergegenwärtigt, sind das schon Größenordnungen, die den täglichen Fluktuationsbedarf zumindest auf Makroebene decken würden. Also, wenn wir jetzt 15 Millionen – naja, bis in 20, 30 Jahren. Sagen wir, wir schaffen 10 Millionen. Ist das noch realistisch, oder?
Wir sind jetzt gerade knapp bei zwei bis 2030. Es geht doch jetzt total. Aber sag mal mindestens fünf. Da würde ich auf jeden Fall zu stehen. Fünf. Und die stehen alle an einer 11-kW-Säule oder an einer 7-kW-, also 7,2-kW-32-A-Säule. Wie überschlägst du die? Ja, lass uns das mal ganz einfach machen. 11 kW, sagen wir 10 kW, mal 5 Millionen – das wären dann 50...
50 GW, wenn ich mich jetzt gerade nicht verrechnet habe. Und dann hast du schon mal eine Größenordnung. Also die Nachfrage – gerade jetzt, stand heute, sind 80 GW. Da muss man natürlich die Energien noch mal zurechnen. Eine Kapazität von 50 kWh – da kannst du schon mal einige Stunden damit überbrücken. Ja, vier Stunden, sagen wir mal, einfach gesagt. Und wir haben auch PKW, und es gibt ja auch LKW und so weiter. Aber die
sagen wir mal 50 Millionen grob, Fahrzeuge, die nutzbar sind, jetzt im Endzustand, wenn alle elektrisch sind. Und das sind ja noch mal zehnmal mehr. Und dann gibt's auch LKWs – die haben noch mal größere Batterien und Leistungen. Es gibt nicht nur die LKW-Lader, sondern auch die DC-Lader. Wenn man das alles mal ganzheitlich zusammenführen würde, entsteht eine Riesenbatterie von so zwei Terawattstunden – mindestens. Dann hat man auf jeden Fall
Tage. Die Tagesüberbrückung können wir machen. Aber man muss schon sagen, um das nuancierter zu machen: Klar bin ich mir der Komplexitäten bewusst, der Wahrscheinlichkeiten – wie lange die immer angesteckt sind und so – und vor allem auch, dass es viele Hürden noch dahin gibt. Das werden wir aber Schritt für Schritt angehen, weil es einfach eine sehr günstige Batterie ist, die dann zur Verfügung steht. Und zu guter Letzt: die Verteilung dieser Batterie ist natürlich nochmal ein Thema.
Aber es ist auch bei stationären Batterien so, dass man sagt, die nützt uns gerade nichts in diesem Netzgebiet. Das heißt, man müsste es eigentlich auch auf Verteilnetzebene schauen: Wo sind die Engpässe? Und das – ja, genau. Du hast auf LinkedIn geschrieben, du warst auf der Slush, der großen Start-up-Konferenz im November in Helsinki. Da war ich auch vor zwei Jahren. Aber ich glaube, da haben wir uns auch gesehen. Ja, ja, du warst letztlich – ich habe jetzt einen LinkedIn-Artikel
gesehen von dir über die Slush. Da hast du ein bisschen Zeit mit Greg Jackson von Octopus Energy verbracht. Ja, das war inspirierend. Octopus ist ein Unternehmen, das wir hier auch im Podcast öfter hatten und extrem gefeiert haben. Wir haben immer Bastian Giro – schöne Grüße gehen raus – den Deutschlandchef. Greg – da habe ich noch nicht direkt geredet, aber so. Was war da so inspirierend? Was fandest du an der ganzen Octopus-Story? Was hast du da mitgenommen? Also Octopus ist für mich echt eine inspirierende Firma. Schade, dass
sie nicht deutsch ist, aber man will jetzt nicht nationalistisch sein. Greg Jackson und seine Entstehungsgeschichte und wie er das angeht – er ist einfach ein sehr charismatischer Mensch, der genau auch verstanden hat, wo die Probleme sind, der auch sehr hands-on ist. Er kommt aus der Softwarebranche, hat sich aber über die Jahre sehr viel Wissen in der Energiebranche angeeignet. Und er verbindet sehr gut, glaube ich, dieses Software-Denken mit der Energiewelt und auch dieses wirklich unternehmerische
Denken. Und man merkt, dass er diese Geschwindigkeit mitbringt. Das sucht schon seinesgleichen in der Größenordnung in der Energiewelt. Ich fand da beispielsweise eine Aussage sehr inspirierend: dass er bewusst – er hatte in den USA schon eine erfolgreiche Firma verkauft, und dann hätte man erwartet, er fängt wieder in den USA an. Nein – das US-Energiesystem sei nicht so gut zum Innovieren wie Europa. Deshalb hat er sich bewusst entschieden: Lass uns das in Europa machen. Das würde so in den USA gar nicht gehen, hat er
gesagt. Und dieses konstante Challengen und diese Geschwindigkeit, die diese Firma hat, und auch die Innovationen, die sie bringen und schon auf massiver Skala machen – das ist zum Teil auch als Gründer, muss ich sagen, in der Szene etwas ernüchternd oder einschüchternd, wie stark die sind, aber auch bewundernswert. Da kann man viel lernen, glaube ich. Und das sollte man sich ja auch machen. Mein Credo ist ja auch: Es wird nicht nur eine Firma geben, die das
alles dominiert. Es gibt genügend loyale Menschen in der Szene, und aus vielen anderen Gründen werden viele Strukturen so bleiben. Andere müssen ja auch innovieren und brauchen dann auch andere Player, wo wir uns auf jeden Fall positionieren wollen. Genau. Und ich habe gerade noch einen Post gemacht zum Smart Meter, wo auch Bastian Giro tatsächlich einen sehr guten Punkt gemacht hat, wie der Smart-Meter-Rollout besser sein sollte – in dem anderen Podcast. Never
Ending Story. Aber auf der Slush warst du auch bei Philipp Schröder. Ja, und der ist ja auch ein gern gesehener Gast hier in der Energiezone. Auch ein super spannender Unternehmer. Manchmal problematisch, was er so auf LinkedIn von sich gibt – da poltert er manchmal ganz laut – aber da müssen wir jetzt nicht reingehen, das habe ich glaube ich zur Genüge kritisiert. Er verklagt ja quasi unsere Bundesregierung, weil er sagt, Fördergelder für
Gaskraftwerke sind Quatsch. Er fördert lieber so die Nachfrageseitige Flexibility – in seinem Fall halt irgendwie auch haushaltsnah, würdest du sagen. Er hat recht. Sollten wir eher Flotten B2B oder B2C mehr fördern? Ja, das hat mich sehr überrascht. Auch, dass schon Habeck ja auch diese Gaskraftwerke so stark in den Vordergrund gepusht hat. Und man spricht immer von Technologie-agnostisch sein. Und da war es aber ganz klar. Irgendwie wurde gar nicht so viel debattiert über diese Flexibilität, die wir auch gerade vorhin schon mal durchgerechnet haben. Also
das sind einige Gigawatt. Die kriegt man schon irgendwo her, wenn man auch die anderen Technologien enablet. Und das würde gehen. Dezentrale Transaktionen kriegen wir schon hin, auf massiver Skala, wenn wir wollten. Und wenn wir das auch befähigen, müssen wir nicht immer wieder zentralistisch da rangehen und nur eine Technologie pushen. Da fand ich den Ansatz eigentlich ganz gut, das sehr stark zu kritisieren oder sogar so weit zu gehen. Und ja, der Fokus sollte vielmehr noch mal auf diese kleinteiligen
nachfrageseitigen Flexibilitäten gelegt werden. Okay, got it. Und dann auch noch einen anderen Gründer, den du zitierst, der von Way, der in Hamburg war, aber Richtung Las Vegas gegangen ist – einfach wegen Regulierung zu autonomem Fahren und so weiter. Und du hast ja auch immer relativ starke Takes, energiepolitisch, industriepolitisch, Startup- und innovationspolitisch. Wie blickst du auf Europa versus andere, weniger stark regulierende Gebiete oder Regionen? Ja, hier habe ich vielleicht mal eine kontroverse Meinung, weil Regulatorik wird ja immer sehr stark kritisiert von allen Seiten. Ich finde,
Regulatorik kann auch befähigen. Gute Regulatorik kann auch wirklich ein Geschäftsmodell ermöglichen. Und diese Vorstellung, fast schon anarchistisch, dass es keine Regeln geben sollte, finde ich ein bisschen naiv – dass viele Menschen bei Bürokratieabbau sich meistens wünschen, es gäbe keine Bürokratie. Ich glaube, die effiziente und gut gemachte Bürokratie ist das Wichtige. Aber wir verlieren ja schon so ein bisschen das Rennen gerade bei Mobilität. Also wenn du hier nach USA oder nach China guckst – kommen
die Innovationen noch? Schaffen wir es, ein innovationsfreundliches Klima zu schaffen in Europa, in Deutschland? Ich glaube, dass es zumindest sehr stark auf der politischen Agenda ist, dass man die Regulatorik auf jeden Fall besser machen sollte. Das ist eine sehr diplomatische Antwort. Wie soll ich sagen? Es gibt verschiedenste Dimensionen bei der Thematik. Ich glaube, ein gutes Beispiel von regulatorischen Änderungen, die in letzter Zeit auch Startups befähigt haben, war ja die FlixBus-Story, die ja
allein wegen dieser regulatorischen Änderung gegründet worden ist. Insbesondere in der Energiewelt wäre die Vorstellung, ohne Regulatorik zu leben, unvorstellbar. Gleichzeitig finde ich auch das EnWG ist so voll – da muss man auch mal ein bisschen schneller ran oder Sachen von Grund auf neu denken. Da gibt es sehr viele Nuancen in der ganzen Geschichte. Europa wird meines Erachtens da ein bisschen zu stark immer ins negative Licht geführt. Und man kann auch viel innovieren, auch in
diesem Kontext. Es sind da vielleicht auch nicht so viele Startups im Exodus. Eher, glaube ich – die letzten Statistiken zeigen auch, dass Trump sich da auf jeden Fall keinen Gefallen getan hat mit seinem America-First-Kurs. Sowohl die Inder, die jetzt nach Deutschland kommen – unglaublich große Statistiken –, aber auch Amerikaner, die nach Europa kommen. Also wir haben einfach ein cooles Umfeld hier, an Talenten, Leute, die sehr gut ausgebildet sind, und einen respektvollen Umgang, glücklicherweise noch,
mit verschiedensten Migranten von überall. Das ist, glaube ich, die Stärke Europas. Das sollte man auch viel mehr fördern. Wenn man sich in den USA anschaut, wer die Topmanager und Talente in den ganzen AI-Labs sind – nur Migranten, nur Leute, die top ausgebildet sind und dann nach USA gegangen sind. Das sollten wir auffangen und sagen: Okay, dann ist es kein Sundar Pichai mehr und wie sie alle heißen – die Inder, die jetzt bei den Amerikanern sind –, sondern sind
sie hier in Europa. Ja, welcome, welcome. Also, ich war gerade in Asien gestrandet aufgrund des Iran-Kriegs und des ganzen Flugchaos, das es da gab. Und dann habe ich, weil ich irgendwie Pfennigfuchser bin und nicht so viel Geld ausgeben wollte für den Rückflug, mir eine wilde Kombination aus Flügen ausgesucht, die unter anderem einen Zwischenstopp in Guangzhou in China hatte. Den Ersten, den ich kontaktiert habe, warst natürlich du, weil
ich weiß, du bist ein China-Experte. Du sprichst sogar auch Chinesisch, glaube ich. Ja, ja.
Aber genau. Du hast irgendwie eine Vergangenheit mit China. Du warst schon mal dort, hast da schon mal eine Zeit lang gelebt, du sprichst Chinesisch. Und du warst kürzlich auf einer Delegationsreise in China mit irgendwie Startup- und Innovationsleuten. Wie war das? Was läuft da? Was können wir von denen lernen? Was fehlt uns? Was machen die besser? Tell us everything. Ja, China – extrem spannendes Land, insbesondere für die Energiewende und die E-Mobilität – gerade prägend wie kein anderes Land. Also ich nehme viel mit
von dem Land. Wir können auch viel lernen von China. Was da bewegt sich immer noch so viel. Es gab vielleicht das Relevanteste, was jetzt an Neuigkeit kam: den Fünfjahresplan. Das ist ja immer sehr wichtig. In China denkt man sehr langfristig. Es gibt zwar diese Fünfjahrespläne, aber man denkt ja noch längerfristig. Der aktuelle Fünfjahresplan hatte nichts mit Energie und E-Mobilität – das war der Fünfjahresplan davor. Das heißt aber nicht, dass es nach wie vor nicht gepusht wird, sondern es
wird so gesehen, dass die Technologie läuft und so weiterlaufen wird. Aber haben die schon ein RiDERgy zum Beispiel? Also gibt es das, was du machst, schon dort? Eine interessante Sache, die man im Energiekontext über China sagen kann, ist, dass es nicht liberalisiert ist wie hier. Wir haben hier schon 97 angefangen. Die fangen erst so richtig an und kopieren uns. Das heißt, das ist eigentlich das Coole. Auch weshalb ich China für mich mit RiDERgy sehr spannend finde, ist, weil es dort jetzt gerade
erst die Einführung von Spotmärkten gibt, beispielsweise. Davor gab es die nicht. Das wusste ich gar nicht. Ja, und interessanterweise, weil wir Octopus erwähnt haben: die sind vor einem Monat reingegangen, weil es gerade eine spannende Möglichkeit gibt. China ist natürlich Mobilitätsland Nummer eins – zehn Millionen E-Fahrzeuge werden da jedes Jahr verkauft. Das ist einfach eine ganz andere Nummer. Und deshalb gibt es noch nicht so etwas wie das, was wir machen wollen, dort zumindest. Es gibt gewisse Sachen, gibt
es schon. Es gibt virtuelle Kraftwerke beispielsweise für die Übertragungsnetzbetreiber. Das gibt es schon, gewisse Sachen, aber vieles noch nicht – und nicht Merchant-based. Das sind immer State-owned Companies. Ja, genau. Es gibt State Grid, das ist eines der größten Unternehmen der Welt, der größte Energieversorger Chinas. Und genau da gibt es jetzt Potenziale, weil es diese Veränderungen auch gibt, regulatorisch bedingt. Und da sehen wir viel Potenzial. Und sonst – weil wir so viel auch über Innovation und Unternehmertum sprechen – ich glaube, was viel unterschätzt
wird und was wir lernen können, ist Folgendes. Man hat immer diese Vorstellung: China fördert mit viel Geld, und dann läuft es von selbst. Nein, es ist wirklich eine kulturelle Sache. Die Chinesen sind sehr unternehmerisch drauf. Die verkaufen schon auf dem Schulhof. Die hustle genauso wie du. Also, ich wurde noch nie so stark angeworben wie in China. Haben wir auf irgendwelchen Märkten nie erlebt. Aber das meine ich eigentlich nicht. Aber die, aber die, aber
trotzdem – die hustle wirklich und haben vor allem eine krasse Geschäftsszene. Pragmatismus vor allem, wo wir glaube ich viel lernen können. Wir sind natürlich sehr gut – und das habe ich hautnah erlebt – im Maschinenbau, dieser Perfektionismus, sich in Probleme reinzudenken und das perfekt lösen zu wollen. Das ist geil. Aber trotzdem ist das auch hemmend, weil man, wenn man versucht sofort die beste Lösung zu haben bei Schritt eins und nichts macht, bevor man nicht die perfekteste
Lösung hat – insbesondere im Kontext eines Unternehmensaufbaus – da muss man einfach mal schneller in den Markt und iterieren und iterieren. Und das haben sie irgendwie voll in sich drin, und skalieren dann auch schnell, wenn sie genügend iteriert haben. Und das können wir uns mal anschauen, dass wir das übernehmen und mehr als Partner auch mit den Chinesen agieren. Bisher haben wir es immer so als Absatzmarkt gehabt, und die haben einfach für uns Sachen produziert – so das war
so ein bisschen die Geschichte Deutschlands mit China. Und ich glaube, jetzt ist ein Neudenken nötig, von den neuen Geschäftsleitungen deutscher Unternehmen, dass wir China mehr als Partner sehen, mehr auf Augenhöhe, und schauen: Was bringst du? Was bringen wir? Und das auch gemeinsam für die Welt. Ich denke, China hat auf jeden Fall eine Ambition, Marktführer zu sein – nicht nur für sich, sondern die ganze Welt mit Erneuerbaren und E-Mobilität
und weiteren Technologien zu versorgen. Und ich glaube, das ergänzt sich gut mit Deutschland und Europa, wenn man da zusammenspielt und sich nicht komplett trennt. Okay. Und was hast du da genau gemacht? Du warst da einfach ein paar Wochen und hast dir verschiedene Standorte angeschaut und Partnerschaften geknüpft? Also vereinfacht gesagt: Da waren wir zu Gast bei vielen Regierungen, Forschungs- und Innovationsorganisationen sowie Unternehmen, die sehr innovativ sind – vor allem in der Shanghaier Region, im Yangtze-Delta, wie das heißt, mit Hangzhou, was sehr stark durch Alibaba geprägt ist –
wo auch Elon Musk übrigens zwei Wochen vor uns war und sich eine der führenden Robotikfirmen angeschaut hat. Das war auch ein großes Thema. Die Delegation von Musk, die natürlich viel prominenter war als wir. Und genau das – das hat mir ganz konkret so gesagt: Ich bin jetzt mit einigen Partnern sehr gut vernetzt worden und konnte mein Geschäftsmodell nochmal viel besser validieren, ein Marktverständnis bekommen und erfahren, was es an Förderung auch gibt vor Ort.
für Start-ups. Was ist die Lage? Was sind die Komplexitäten, wenn man dort Markteintritt macht? Und was sind die Energiesystem-Geschichten, die es da noch gibt? Du hast ja den Fünfjahresplan erwähnt. Und das ist jetzt vielleicht nicht mehr ganz so prominent. Aber ich habe jetzt durch die Iran-Krise irgendwie noch mal, und dadurch, dass ich auch in Asien war zu der Zeit, natürlich noch mal viel krasser verstanden, was auch die strategische Motivation und Komponente von der Elektrifizierungsstrategie Chinas ist, dass die eben, dass
es total schwer ist für die. Also eine extreme Abhängigkeit vom Öl als Ölimporteur und auch geostrategisch. Wir reden ja jetzt immer über Meerengen, Hormus und Malakka, oder? Singapur, genau,
Malakka. Aber das war richtig. Ja. Und dass die sozusagen nochmal eine ganz andere Motivation haben, auch aus dieser Abhängigkeit rauszukommen. Also mega spannend. Aber in China muss man auch sagen, absolut großes Klima-Thema. Und ich finde es auch wichtig zu erwähnen, dass ich glaube, nicht jeder ist nur Egoist und versucht sich nach eigenen Interessen natürlich unabhängiger zu machen. Ich
glaube schon, dass das sowohl für die Chinesen wie für viele Europäer so ein Denken ist: Wir sollten die Klimakrise lösen. Und natürlich haben wir auch ein Eigeninteresse, da jetzt nicht so viel zu importieren. Von allen Seiten. Gut, so mega spannend, deine Perspektive dazu. Mein Eindruck auf jeden Fall war auch: Irgendwie, wenn man in diesen asiatischen Megacitys ist, sei es in Vietnam oder in Korea, aber vor allem in China, ist halt irgendwie da
kommt einem Berlin dann doch manchmal irgendwie nicht ganz so dynamisch und nicht ganz so modern, nicht ganz so jung vor. Und es ist total krass, was da in kurzer Zeit aus dem Boden gestampft wird und mit was für einer Energie teilweise Ziele verfolgt werden. Das fand ich irgendwie ziemlich inspirierend und beeindruckend. Also, die Königliche Porzellanmanufaktur in Berlin hatte vielleicht auch mal so eine Dynamik, aber die liegt sozusagen ein bisschen mehr in der Vergangenheit. Und da spürt man schon extrem die
Trends und so weiter. Wir kommen langsam zum Schluss. Ich wollte noch mal den Schlenker zurückmachen zu deinem Geschäftsmodell und zu den energiepolitischen und energieregulatorischen Themen, die dich und dein Geschäftsmodell vielleicht auch betreffen. Also, Vehicle-to-Grid hat sowohl Bastian Girol, Deutschland-Chef von Octopus, als auch Benjamin Merle, der CPO von Empower, bei uns im Podcast gesagt, dass das irgendwie ein großes Thema ist, das jetzt kommt – nicht nur Grid-to-Vehicle, sondern auch Vehicle-to-Grid. Wie
guckst du da auf die Regulatorik? Blockieren die Autohersteller noch? Ja, G2V geht schon, V2G noch nicht. Das ist ein Thema mit vielen Hürden. Je mehr man auch drinsteckt, desto mehr sieht man die ganzen Hürden. Aber die werden, positiv formuliert, auch Schritt für Schritt abgebaut. Das Gute auch an dieser derzeitigen Bundesregierung – aber auch die schon davor haben viel gemacht. Ich sage jetzt mal was Positives über die Bundesregierung: Die Netzentgelte wurden, wenn man bidirektional geladen hat, quasi zweimal fällig. Das ist weg. Die Steuern und Netzentgelte – das ist auch eine große Hürde, die ist
jetzt weggenommen worden. Aber es bleiben noch Unsicherheiten bei der Mess- und Regelungstechnik und gewisse andere Sachen. Und vor allem muss es nochmal einfacher gemacht werden für die Netzbetreiber und der Marktverkauf dieses Stroms – das ist noch nicht 100 % geregelt. Das ist bei jedem
der 800+ Verteilnetzbetreiber unterschiedlich gut geregelt. Und das sind mehr Standards, geht aber auch in Richtung Regulatorik. Die Grid Codes, die man braucht, wenn man vor allem entlädt – technisch gesehen müssen die Komponenten sich anpassen an die verschiedenen Regulierungen und Anforderungen der Netze. Das ist nochmal so ein Thema. Aber es wird da Schritt für Schritt angegangen. Also bin ich ganz guter Dinge. Es gibt ja auch schon gewisse Sachen, die am
Markt platziert wurden, Produkte, die am Markt platziert sind. Vielleicht hat der eine oder andere es auch gesehen: namhafte Automobilhersteller, die schon Sachen in Deutschland, UK und weiteren Ländern verkaufen. Wirklich? Ja. Man kann sich schon solche Dienstleistungen kaufen, aber es ist ein bisschen limitiert. Man braucht eine kompatible Ladesäule, die dann kompatibel ist mit dem Fahrzeug, die dann nur von dem einen Energieversorger kommt. So Geschichten eben. Die interoperable Welt ist noch nicht da, die wir brauchen. Das wäre
mein größter Wunsch. Ich bewundere dich übrigens. Du bist wirklich immer sehr positiv und bleibst irgendwie immer optimistisch. Ich muss ehrlich sagen, ich habe es auch schon viele Male hier im Podcast gesagt, aber manchmal fällt es mir schwer, optimistisch zu bleiben. Ich mache irgendwas mit Energiewende und Elektroautos seit 2008, 2009. Und jetzt haben wir 2026. Und wir reden immer noch über diese Smart Meter. Und wir
reden immer noch. Also sozusagen das Konzept wie Grid. Das habe ich verstanden als kleiner Student, der irgendwie noch nicht so viel um die Ecke denken konnte. Und irgendwie kann es Leute wie mich total desillusionieren, wenn es irgendwie so lange braucht, bis wir da vorankommen. Wie machst du das? Wo hast du die Energie? Also mein Ansatz ist einfach zu sagen: Lass uns das
versuchen, was geht, wo es geht. Ich bin bei dir, ich fühle das natürlich auch umso mehr, weil es ja mein Alltag ist, das voranzutreiben. Nichtsdestotrotz, wenn alle dann aufgeben, dann wird es erst recht nicht funktionieren. Es ist halt ein komplexes Thema, erscheint ein komplexes Thema. Was ich halt auch versucht habe – bei dem Smart-Meter-Beispiel habe ich jetzt einen Post gemacht, wo ich denke: Lasst uns so
einfach mal pragmatischer werden. In so vielen Sachen, dass man ein bisschen Pragmatismus versucht in die Gesellschaft reinzubringen. Das ist das Wichtige: nicht den Weg finden, weshalb es nicht funktionieren sollte, sondern einfach mal schauen, wie es denn funktionieren würde. Einfach mal schauen, dass man den ersten Schritt macht, und selbst wenn es nicht perfekt durchgeeicht ist – was beispielsweise manchmal so ein Thema ist, das Eichrecht hier in Deutschland – es ist ja halb so wild.
Da kann man ja Energie verlieren und hier den einen oder anderen Cent nicht haben, dafür hat man dann 700 € oder was befähigt. Also so ein bisschen dieser Pragmatismus, wo man sich manchmal im Detail verfängt. Und ich schöpfe Energie einfach, weil ich, wie du sagst, es sofort auch verstanden habe. Und ich sehe da viel Potenzial. Und es ärgert mich, dass man es nicht jeden Tag könnte – bei so vielen zwei Millionen Elektroautos verschenkt man eigentlich
die Flexibilität, schon allein beim Laden. Wir müssen ja nicht mal bidirektional sein, sondern schon beim Laden. Und ich denke, es ist so krass, dass es immer noch nicht gang und gäbe ist. Und da freue ich mich, dass wir in unserem kleinen Teil dazu beitragen, dass es zumindest bei gewissen Flotten schon mal gang und gäbe ist. Aber das sollte beschleunigt werden. Und da hilft nur, dass die Message einfach rausgebracht wird an die Leute, weil die Themen sind noch so weit weg vom Alltag
von den Menschen. Ich merke das immer wieder. Und das ist auf jeden Fall ein Thema: am Ball bleiben, dass jeder kooperativ am Ball bleibt und nicht klein-klein denkt, weil es sind Systeme. Das hilft nur Systemdenken und Systeme teilen, sonst wird es nicht funktionieren. Cool. Also wirklich ziemlich inspirierender Typ. Danke für deine positive Energie und die ganzen guten Dinge, die du in der Branche vorantreibst. Wo finden dich die Leute? Auf LinkedIn natürlich. Bist du
auch noch auf X? Oder sonst irgendwelche anderen Social Media? Ihr habt natürlich eine Website und so. Irgendwelche Messen, auf denen ihr zu finden seid? Bist du auf der Messe in München? Genau, auf jeden Fall, das wäre die nächste. Und sonst: Smart Charge by RiDERgy – falls die Themen irgendwie resonieren. Wir haben echt coole Projekte und Stakeholder da, die interviewt wurden. Einfach mal reinhören oder abonnieren. Also wir sind die null
in Konkurrenz. Wir pushen uns gegenseitig mega, dass ihr sozusagen den Podcast für Elektromobilität noch mal spitzer und noch mal tiefer im Detail macht – geile Gäste da drin. Irgendwelche Folgen, die du schon aufgenommen hast oder die in der nächsten Zeit kommen, auf die sich die Leute freuen können? Ja, also die Beste, die ich jetzt aufgenommen habe – vielleicht die, die auch ganz lustig war – vielleicht der nationale
Leiter der Elektromobilität, der Geschäftsführer war da. Wow, die war ganz cool. Der erinnert mich ein bisschen an deinen Co-Host, weil der ist wahrscheinlich der Privatmensch mit den meisten Ladepunkten in ganz Deutschland. Er hat zehn Ladepunkte für sein Dorf hier in Brandenburg. Ach, wirklich? Und die betreibt er für sein Dorf als sozusagen Mini-CPO. Leidenschaftlicher Typ. Behind the Meter oder mit eigenen Zählpunkten? Ich glaube, so tief sind wir gar nicht
ins Detail gegangen, weil er hat mich ganz überrascht mit dem Thema und ich hatte eigentlich ganz andere Themen noch vor. Ja, den – ich weiß gar nicht, ob ich den einladen dürfte, weil wir versuchen ja immer sozusagen nicht zu politisch, nicht zu – ja, whatever – mehr so Praktiker, Unternehmer, Entscheider. Aber okay, das ist gut. Ja, sonst, was noch nicht unter Dach und Fach ist, aber was ganz cool wäre: vielleicht kommt noch ein Verteilnetzbetreiber mal, weil das ist
ja, was ich auch von Alex mitbekommen habe, immer so ein Thema ist. Wir haben jetzt ein paar in der Pipeline. Genehmigungsthemen bei der Elektromobilität und wie man das beschleunigt, und das Thema Netzgebühren – das sind so die zwei, die für die E-Mobilität sehr relevant sind, gerade jetzt auch im ELK-Kontext. Also an alle Logistiker da draußen, an alle Kleingewerbe mit Flotten, an die EMPs, an die CPOs –
An die Talente, die Bock haben auf RiDERgy und die Mission, für die du stehst: Claudio einfach auf LinkedIn anschreiben, oder? Das ist doch das Einfachste. Und den Podcast hören, und dann findet man dich schon. Ich bin ein sehr offener Mensch. Sonst noch irgendwas, worauf du dich freust in den nächsten, keine Ahnung, zwölf Monaten oder so? Was liegt so vor euch? Das, was am meisten gerade cool ist, ist vor allem noch mal diese Partnerschaften mit China weiterzuverfolgen und den Markteintritt dort weiterzuverfolgen. Und Frankreich, dadurch dass
ich ja Français spreche. Wie viele Sprachen sprichst du? Ich habe nur neun gelesen. Ja, genau. Nein, das stimmt. Du sprichst neun Sprachen? Ja, fließend. Ja, Digger. Aber nicht alle auf gleichem Niveau. Also Deutsch mit der
der Westen ein paar Mal. Und dann haben wir Mov Lab. Das ist so ein Netzwerk in Mobilität in Frankreich, wo ich jetzt immer häufiger in Paris bin. Und Station F hatte ich ja auch schon erwähnt, das ist ein cooler Innovationsstandort. Station F ist so was wie ein Coworking Space, oder? Ja, aber viel größer. Das ist riesig. Es ist so ein alter Bahnhof gewesen. Energy Lab noch größer, XL. Ja, das ist ein alter Bahnhof, den sie komplett
neu cool gemacht haben. Also über 300 Meter und so, nur mit Start-ups und Innovationen für verschiedenste Themen. Und da sind wir immer mal wieder auch mit diesem Mob Lab, um das Ökosystem Mobilität in Frankreich auch nach vorne zu bringen. Also das sind unsere Themen quasi in Frankreich, was ein sehr attraktiver Markt ist. Cool. Alright. Dann ganz viel Erfolg. Vielen lieben Dank für die Einladung. Ja, gerne. Immer wieder. Wir machen dann eine Folgefolge in einem Jahr oder anderthalb, oder so, mal gucken, wo er steht. Sehr gerne.
Au revoir, Claudio. Danke dir. Tschau. Tschau. Jo. Das war die Folge mit Claudio von RiDERgy. Mich hat das Gespräch persönlich wieder extrem motiviert. In einer Branche, in der man sich schnell in Bürokratie und Bedenken verliert, ist es ziemlich erfrischend zu sehen, wie jemand mit so viel Leidenschaft einfach baut, bootstrapt, skaliert. Ja, wenn ihr Lust auf noch mehr Deep Dives in die Elektromobilität habt, hört gerne auch unbedingt in Claudios eigenen Podcast Smart Charge by RiDERgy rein. Lohnt sich extrem. Und ja
Vergesst nicht: Energiefrühstück wieder auf der OMR und unser anstehendes Webinar zur Energiebeschaffung am 23. April, 13:00 Uhr. Anmeldung direkt bei mir per DM auf LinkedIn. Wenn euch diese Folge der Energiezone gefallen hat, dann lasst uns gerne eine Bewertung da – eine 5-Sterne-Bewertung natürlich auf Spotify oder Apple Podcasts. Oder diskutiert einfach mit mir auf LinkedIn, teilt die Folge und schaut auf www.energiezone.org vorbei. Oder wenn ihr Feedback oder Gästevorschläge habt, immer gerne an team@energiezone.org. Danke fürs Zuhören. Bleibt energiegeladen und bis zum nächsten Mal.
Soweit erstmal euer Ilan. Tschau, tschau.
Notizen zur Folge
In dieser Folge spricht Ilan von Onu Energy mit Claudio Geyken, Gründer von RiDERgy im Energiezone Podcast. Die beiden kennen sich seit ihrer Zeit an der KTH in Stockholm und sprechen über Claudios Weg vom internationalen Macher mit großem Unternehmergeist hin zum Aufbau von RiDERgy. Im Gespräch geht es um Smart Charging, E Flotten und die Frage, warum pragmatische Lösungen für die Energiewende jetzt wichtiger sind als perfekte Konzepte auf dem Papier. Claudio erzählt, wie RiDERgy große Kunden wie HelloFresh und Audi unterstützt und warum intelligente Steuerung von Ladevorgängen ein entscheidender Hebel für die Zukunft des Energiesystems ist. Außerdem geht es um die Rolle von Preisvolatilität, Regulierung und Digitalisierung - und darum, was Europa bei Umsetzungsgeschwindigkeit und Fokus von anderen Märkten wie China lernen kann. Eine Folge über Unternehmertum, Energie und die praktische Seite der Mobilitätswende.