Ep. 17: Partnerschaften & Flotten‑Digitalisierung: Mit Katharina Fritsch von Shiftmove
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Welcome to the Smart Charge by RiDERgy Podcast. This is Claudio Geyken, Founder and CEO of RiDERgy. This is your show to learn about all things energy management and smart charging innovation for electric vehicles and fleets.
In dieser Folge spreche ich mit Katharina Fritsch, Head of Partnerships and Account Management bei Shiftmove. Bevor sie zu Shiftmove kam, sammelte Katharina wertvolle Erfahrungen bei Enterprise, dem bekannten Autovermieter, und bei Clever Shuttle, einem der ersten E-Fahrzeug-basierten Ridepooling-Anbieter Deutschlands. Shiftmove vereint Echtzeit-Tracking, Compliance-Tools, automatisierte Workflows und Datenanalysen und wird bereits von über 18.000 Unternehmen genutzt, um mehr als 550.000 Fahrzeuge täglich zu betreiben. In unserem Gespräch teilt Katharina ihre Erfahrungen und die genauen Probleme, die sie mit Shiftmove löst, welche Art von Fuhrparks sie angeht, wie die
Zusammenarbeit und Kooperation innerhalb von Shiftmove nach dem Zusammenschluss von Avos, Wimka und Optimum vorangeht, wie sie auf das Thema ESG und E-Mobilität sowie KI schaut und was da alles noch geplant wird. Also, los geht's mit Katharina.
Hallo, Katharina. Schön, dass du heute dabei bist. Wie geht's dir? Hallo. Vielen Dank für die Einladung. Mir geht's gut, gut hier angekommen. Passt. Super, das freut mich. Bevor wir wirklich in detaillierte Themen einsteigen rund um Shiftmove et cetera, kannst du vielleicht die Hörer abholen und sagen: Was ist dein Hintergrund? Wie kamst du dahin, wo du jetzt bist, in diese Rolle? Genau. Also, mein Name ist bekannt, glaube ich. Katharina Fritsch, ich bin jetzt seit gut vier Jahren bei der Firma Shiftmove tätig.
Nach dem Studium habe ich angefangen im Bereich Flottenmanagement, war bei einer großen Autovermietung, knappe sechs, sieben Jahre da, und habe die ersten Kontakte im Bereich Flottenmanagement gemacht. Bin dann noch mal weitere drei Jahre zu einem großen Ridepooling-Anbieter gegangen, hier in Berlin, und durfte da die Erfahrung machen, wie es ist, eine Flotte fast komplett aufzubauen und hochzuskalieren – von 30, 40, 50 Fahrzeugen hoch auf 500 bis 600 Fahrzeuge im Fuhrpark. Alles rein elektrisch, tatsächlich auch noch. War eine sehr spannende Zeit. In welchen Jahren war das? Das
war 2018 bis dann Coronazeit 2021. Schon ganz schön früh, dass das so viel elektrisch war. Das war tatsächlich sehr herausfordernd, aber wir haben es, denke ich, doch sehr gut gemanagt. Und dann bin ich zu Shiftmove gekommen – quasi von der Anwenderseite, von der Softwareanwenderseite, dann auf die Softwareseite gewechselt. Noch mal einen Schritt zurück: Wie kamst du überhaupt in diese Fuhrparkwelt? Was hat dich daran fasziniert oder motiviert? Oder bist du einfach reingestolpert? Also, ich muss sagen, ich habe
schon von Kindheitstagen an immer so ein bisschen Kontakt zum Thema Auto und Automobilität gehabt.
Familiär bedingt war immer eine Affinität zu Fahrzeugen irgendwo in der Familie dagewesen, und bin dann tatsächlich nach dem Studium über einen Zufall in das Thema reingekommen, weil eine Freundin von mir bei der Autovermietung gearbeitet hat und gesagt hat: „Hey, das macht so viel Spaß. Warum willst du es nicht auch mal ausprobieren?" Da war ich knappe sieben Jahre. Und was hat dich an dieser Autovermietung und dann beim Ridesharing so gut gefallen, dass du jetzt
schon so lange in dieser Branche bist? Also bei der Autovermietung war es tatsächlich so, dass ich ganz klassisch als Management Trainee angefangen habe. Ich hatte einen sehr generalistischen Ansatz dort, man konnte irgendwie in alle Firmenbereiche reinschnuppern – sei es Fahrzeugdisposition, Kundenservice oder Sales. Man hat irgendwie alle Fähigkeiten und Skills mitbekommen. Das fand ich sehr gut, um sich erstmal auch breit aufzustellen. Und klar hat man dann das Thema Fahrzeuge immer noch parallel dazu gehabt. War natürlich auch schön, jeden Tag verschiedene Fahrzeuge auch mal zu
sehen, zu fahren und ein Feeling für die Autos zu kriegen. Und wie kam dann der Schritt zur nächsten Karrierephase? Wenn du auch Namen von den Firmen sagen willst. Ja, also klar. Die Autovermietung kann ich gerne sagen, das war die Firma Enterprise, und der Ridepooling-Anbieter war die Firma Clever Shuttle – denke ich, hier in Berlin auch bekannt, die grünen Autos, die hier gefahren sind. Wie kamst du dann von Enterprise zu Clever Shuttle?
Auch durch einen Zufall, durch Freundschaft, Bekanntschaft – wie es dann so ist, unterhält man sich im Freundeskreis, was man so macht. Und die hatten zu dem Zeitpunkt tatsächlich jemanden gesucht, der das ganze Thema Flottenmanagement übernimmt, weil sie hier in Berlin dieses Tech-Start-up gegründet hatten für den Ridepooling-Service. Am Ende war es ein günstiger Zufall. Nach sieben Jahren habe ich dann auch gesagt, mal Zeit für was Neues – war super spannend, auch das Projekt damit begleiten zu dürfen. Und dann bin ich gewechselt.
Und das war dein erster Berührungspunkt mit der E-Mobilität dann, tatsächlich? Ja, bei Enterprise war noch nicht so viel. Und dann waren es quasi schon 100 % Elektrofahrzeuge von Anfang an. Genau, das war ja auch das Geschäftsmodell: Man setzt das alles auf Elektromobilität, nachhaltige Mobilität, den Ridepooling-Gedanken, dass mehrere Leute sich ein Fahrzeug teilen. Und deswegen hat man das dann auch mit Elektrofahrzeugen und auch mit Wasserstofffahrzeugen gemacht. Und wie blickst du auf diese zwei Erfahrungen zurück? Was sind so Themen, die bei dir
so hängengeblieben sind, oder? Erkenntnisse, wenn du zurückblickst. Also tatsächlich blicke ich sehr, sehr positiv zurück. Die Zeit bei Clever Shuttle war, glaube ich, sehr prägend, auch was das Thema Fuhrpark angeht, wie man Prozesse auch skaliert, skalierbar gestaltet im Fuhrpark, und das auch nachhaltig gestaltet, sodass das schnell hochskaliert werden kann. Und so früh schon E-Mobilität, das kann ich mir vorstellen, war nicht einfach. Hast du da auch Herausforderungen, die dir noch im Sinn bleiben, die ihr meistern musstet? Ja, da gab es tatsächlich viele Herausforderungen. Zum einen
wenn man die Flotte so steigert. Wir haben in Berlin damals – müsste jetzt lügen – mit 20 bis 30 Fahrzeugen angefangen und das dann auf 100 Fahrzeuge irgendwo gebracht. Da kommt man dann natürlich schnell auch beim Thema Laden und Lastmanagement in die eine oder andere Herausforderung, gerade auch zur damaligen Zeit, weil viele Parkgaragen ja auch gar nicht darauf ausgelegt waren, solche Lasten am Ende zu tragen. Das heißt, da habt ihr dann eigens Leute und Orte finden müssen, wo es genügend Leistung gab zur
Verfügung zum Laden, in anderen Worten. Also wir hatten das große Glück, dass wir eine Parkgarage hatten und einen Vermieter, der da sehr gut mitgemacht hat. Dadurch konnten wir halt relativ schnell elektrifizieren und auch entsprechend die Kapazität zur Verfügung stellen, und dann durch ein intelligentes, smartes Lademanagement – es müssen sich ja nicht immer alle Autos auch gleichzeitig laden. Dadurch hat sich das dann immer ganz gut verteilt. Cool. Und die Fahrzeuge haben dann auch immer ausgereicht, was die Reichweite anging, die ihr benötigt habt für die
ganzen Ridepooling-Bedarfe der Nutzer oder der Kunden? Das ist tatsächlich eine sehr gute, sehr valide Frage. Wir wissen ja alle, die ersten Elektrofahrzeuge hatten jetzt noch nicht die große Reichweite. Aber ich muss sagen, für den Berliner Stadtverkehr hat es tatsächlich ausgereicht, sodass wir damit immer ganz gut hingekommen sind. Natürlich im Sommer und im Winter gab es da die eine oder andere Herausforderung, was das Thema Klimaanlage oder Heizung angeht. Aber auch das haben wir, glaube ich, ganz gut in den Griff bekommen. Ich weiß nicht, ob du noch
da warst, aber meines Wissens wurde ja Clever Shuttle von der DB aufgekauft. Und dann haben sie einen großen Pivot gemacht, was das Geschäftsmodell anging, und dann nicht nur Ridepooling direkt an die Endnutzer angeboten, sondern das mit den ÖPNV-Playern jeweils in den verschiedenen Städten. Und dann glaube ich, letztes Jahr oder vor zwei Jahren musste die Firma Insolvenz anmelden. Ja, vielleicht kannst du sagen: Wo warst du dann? In welchem Schritt bist du dann zu ARus gewechselt? Und wie blickst du
dann auf diese Entwicklung zurück? Genau. Also ich bin im November 2021 zu Avos gewechselt. Da hatten wir tatsächlich mit Corona schon einen Großteil der Flotte abgebaut. Die GHT Mobility, die hinter Clever Shuttle stand oder steht, hat dann das Geschäftsmodell dahingehend gewechselt, dass sie mehr auf diese letzte Meile gegangen sind. Das war schon immer der Ansatz zu sagen: Wir decken die letzte Meile ab, quasi vom Bahnhof bis nach Hause. Aber die sind jetzt mehr dabei, Mobilität für die öffentliche
Hand anzubieten im Rahmen von Ausschreibungen und sind da auch mehr im ländlichen Raum unterwegs. Genau. Und ich bin dann im November 2021 zu ARus gewechselt. Und Avrius – kannst du uns eine kurze Einführung geben? Worum ging es? Wie ist die Firma? Wie hat sie sich etabliert? Und was für Probleme löst ihr? Genau. Ich würde vielleicht erst mal anfangen, warum ich zu Avos gewechselt bin. Und zwar haben wir bei Clever Shuttle tatsächlich Aureus schon immer als Flottenmanagementsoftware im Einsatz gehabt. Das heißt,
ich habe, als ich dort angefangen habe, im Prinzip die ganzen Prozesse und Strukturen mit der Software mit auf- und ausgebaut und war immer Fan der Software. Und dann hat sich's irgendwann ergeben zu sagen: Okay, man wechselt halt tatsächlich die Seite – von der reinen Anwender- und operativen Seite dann in den Softwarevertrieb, mittlerweile. Und worum ging es bei dieser Software? Was sind so die Probleme, die die Software löst? Also im Prinzip versuchen wir, so viele Alltagsprobleme der Fuhrparkleiter wie möglich
zu lösen, angefangen vom Sammeln des Datenschatzes im Fuhrpark, dann bis hin zu operativen Prozessen wie Schadensmanagement, Rechnungsverarbeitung, Bußgeldverarbeitung, Führerscheinkontrolle, UVV. Also das ganze Thema Compliance decken wir auch mit ab. Also eine Digitalisierung von all den Prozessen, die ein Fuhrpark leider so rund um das Fahrzeug braucht. Genau. Dann gab es ja eine gewisse Historie in dem Unternehmen. Vielleicht kannst du da auch ergänzen, was so die Meilensteine waren des Unternehmens bis jetzt. Genau. Also wir firmieren jetzt mittlerweile unter dem Namen Shift Move.
Das heißt, die Firmen Avus und Wimka haben sich vor gut zwei Jahren zusammengeschlossen unter dem Namen Shift Move. Wimka, sicherlich dem einen oder anderen auch bekannt, 2013 gegründet hier in Berlin, bekannt fürs digitale Fahrtenbuch und Geotracking. Avrius dann als super Ergänzung dazu mit der Flottenmanagementsoftware. Und Ende letzten Jahres haben wir dann tatsächlich auch noch die Firma Optimum Automotive in Frankreich mit zur Shiftmove-Familie dazu genommen. Und Optimum – wie passt das zusammen? Du hast, glaube ich, ganz gut erklärt jetzt die Wimka, und Optimum Automotive ist
Vor allem für den französischen Markt relevant, da auch im Bereich Flottenmanagement und Geotracking. Jetzt richtig verstanden: Die ganzen Marken, diese Unternehmen, die sich zusammengeschlossen haben, heißen jetzt Shiftmove. Genau. Okay. Ja, das ist von außen manchmal nicht so einfach zu verstehen, aber das war ganz klar, glaube ich. Und was sind dann deine Rollen innerhalb von Shiftmove? Was sind deine Verantwortlichkeiten, oder was treibt dich gerade so um als Team? Genau. Also ich verantworte jetzt mittlerweile den Bereich Customer Success, Account Management und Partnerships.
Und was treibt mich gerade um? Wir haben tatsächlich viele Themen, gerade vor allem auf der Fuhrparkseite das Thema KI im Fuhrpark, künstliche Intelligenz. Wie können wir unser Produkt noch smarter machen, um auch noch einen größeren Mehrwert am Ende an den Nutzer zu bringen? Dann ganz klar das Thema Kostendruck. Ich glaube, jeder spürt das gerade. Viele Fuhrparks sind gerade einem enormen Kostendruck ausgesetzt. Wie können wir da auch anteilig unterstützen, Kosten sichtbar zu machen? Und dann ganz persönlich würde ich gerne noch ein bisschen das Team
wachsen lassen, also gerne noch ein bisschen mehr Man- oder Woman-Power mit dahinter stecken. Und was sind da Ideen, die ihr bei den KI-Anwendungsfällen so seht? Wie kann man sich das vorstellen? Wir nutzen tatsächlich schon KI in der Software. In ARos sind schon einige Bereiche mit KI abgedeckt, sei es die automatische Rechnungsauslesung oder ein Bußgeldmanagement, was komplett KI-gestützt läuft. Wir haben aber da tatsächlich auch noch sehr viele Ideen, das noch smarter zu machen, beispielsweise mit einer Poststelle sozusagen im
Posteingang, wo ich einfach alle meine Dokumente reinwerfe und die Software ordnet das zu – ob es ein Bußgeldbescheid ist, ob es eine Rechnung ist, ob es ein Schadensfall ist – und sortiert das automatisch den einzelnen Fahrzeugen zu. Ja, cool. Und beim Teamwachstum: Was sind da Herausforderungen, die vor euch liegen? Ja, ich suche tatsächlich in allen Teams noch Unterstützung, weil wir tatsächlich auch als Unternehmen wachsen. Entsprechend brauchen wir natürlich auch mehr Unterstützung in den einzelnen Teams, und ja, würde mir halt wünschen,
den einen oder anderen mit Fach-Background auch noch ins Team zu bekommen, um da noch einen größeren Mehrwert an unsere Kunden liefern zu können. Okay. Ja, dann die, die zuhören und sich vielleicht umschauen – das ist ja mal eine Chance. Und zu dem Thema Kostendruck: Kannst du erläutern, welche drei Hauptkostenfaktoren vielleicht besonders die Fuhrparkleiter gerade umtreiben, mit denen du sprichst? Generell merkt man, dass Fuhrpark ein sehr unterschätzter Bereich in den meisten Unternehmen ist. Das ist, wie wir es sehen, eigentlich der zweithöchste
Kostenfaktor. Nach dem Thema Personal kommt dann auch ganz schnell schon Autos und Fuhrpark, aber er wird relativ wenig wahrgenommen. Das sehen wir halt auch im Bereich der Digitalisierung. Aktuell sind tatsächlich nur ein Drittel, ein Viertel der Flotten wirklich komplett digitalisiert. Der Rest arbeitet halt komplett händisch – Excel, Zettel und Stift. Und dadurch sind die Kosten halt tatsächlich super intransparent. Dann ist immer die Frage: Wo kann ich Kosten sparen in meinem Fuhrpark? Und als Fuhrparkleiter sehe ich es eigentlich gar nicht. Was wir tatsächlich sehen, was
die größten Kostentreiber aktuell sind: zum einen die Leasingkosten, aber dann auch Schäden, Schadenmanagement und Versicherungskosten, die einen Fuhrpark kostenmäßig sehr schnell in die Höhe treiben können. Und bei den Leasingkosten – kannst du mal ein Beispiel geben, wie ihr dann eine Lösung hättet, um zu vermeiden, dass diese Kosten so hoch sind? Klar, gerne. Was wir halt sehen, ist, dass vielen Fuhrparks nicht bewusst ist, wie das Nutzerverhalten ist. Also: Mein Dienstwagennutzer – wie viel Kilometer fährt der wirklich im Jahr? Oft wird da eine grobe Schätzung
abgegeben, sowohl vom Fahrer als auch vom Fuhrparkmanager. Und dann schließt man einfach einen Leasingvertrag auf die nächsten drei Jahre mit x Kilometern ab. Teilweise ändert sich dann das Fahrverhalten, und viele Fuhrparkmanager wissen es nicht oder verpassen es einfach, den Leasingvertrag entsprechend auch anzupassen oder zu optimieren, sodass man nicht in zu viele oder zu wenige Kilometer reinläuft und daraus Kosten entstehen. Und reden wir von den ganz großen Fuhrparks, die sowas hätten, oder auch von kleineren? Wie kann man sich das vorstellen,
wie groß die Unternehmen da ungefähr sein müssen oder die Fuhrparkgröße? Also tatsächlich mit ARos als Fuhrparkmanagement-Software sprechen wir eigentlich Fuhrparks so ab 20 Fahrzeugen an. Da sagen wir, da ist ein gewisser Return on Invest schon gegeben, sodass sich die Investition in eine Software einfach lohnt. Und dann open end – wir haben tatsächlich auch sehr große Fuhrparks bei uns im Portfolio. Und Vimcar tatsächlich als digitales Fahrtenbuch schon ab einem Fahrzeug – da habe ich schon eine Kostenersparnis. Genau. Und nur zum Verständnis, weil es gibt
ja Softwaresysteme, die würde man auch ab einer Person nutzen und skaliert dann bis ganz groß. Ich denke da an ein Ordnersystem, einen Dropbox oder ähnliches – es gibt ja verschiedenste Softwaresysteme. Wieso ist es bei euch so, dass ihr nicht auf einen Fuhrpark mit einem Fahrzeug? Was sind da die Hürden, weshalb ihr für ganz kleine Fuhrparks nicht realistisch seid? Generell kann man natürlich auch als kleinerer Fuhrpark bei uns die Software beziehen.
Das möchte ich auch gar nicht ausschließen an der Stelle. Aber es ist natürlich auch wichtig, dass wir aufzeigen können: Wo ist am Ende der Mehrwert der Software? Und natürlich haben wir auch ein Subscription-Modell. Das heißt, ich zahle eine Gebühr pro Fahrzeug pro Monat. Und ich denke, jeder, der irgendwie 12 Fahrzeuge im Fuhrpark hat, der hat das auch noch relativ gut im Blick – entweder mit einer Excel-Tabelle oder mit einem Ordnersystem. Wann ist mein nächster Service? Wann ist mein nächster TÜV? Wie ist die Schadenlage? Welche Versicherung habe ich?
Aber wenn ich da in mehr Fahrzeuge komme, dann wird es tatsächlich schon unübersichtlicher. Genau, dass man die Übersicht halt leicht verliert ab einer bestimmten Anzahl von Fahrzeugen. Das ist sozusagen das große Problem. Bei kleineren könnte man das vielleicht noch händisch machen. Genau, verstehe. Nun ist es ja so, dass du auch als Frau leider eigentlich in einer männerdominierten Branche bist. Und ich frage mich: Was hast du da für Erfahrungen gemacht? Was hat dich besonders geprägt, oder was denkst du – wie sollte
man das ändern? Könnte man das ändern, dass es mehr Frauen gibt in der Fuhrpark-Branche? Also, ich kann persönlich für mich tatsächlich nur sagen, dass ich das so gar nicht wahrnehme. Ehrlicherweise, weil ich meine ganze Karriere eigentlich auch schon immer von Frauen umgeben war oder auch in gemischten Teams unterwegs war und nicht ausschließlich nur Männer mit mir gearbeitet haben. Und auch jetzt im Team habe ich tatsächlich auch zwei weibliche Teamleads und einen männlichen Teamlead. Also, das ist auch bei uns tatsächlich sehr
gemischt. Von daher nehme ich das persönlich gar nicht so wahr und denke eher, dass man zeigt: Wenn man irgendwo mit Kompetenz und einer Leidenschaft an eine Sache rangeht, dann sollte man da nicht unterscheiden zwischen Mann oder Frau. Genau. Na ja, das ist ja gut. Und in Sachen – jetzt habt ihr euch zusammengeschlossen, diese ganzen Unternehmen. Wie funktioniert da so eine Kooperation? Wie kann man sich das vorstellen, wenn so drei Unternehmen mit vielleicht verschiedenen Kulturen aufeinander stoßen? Das ist ja nicht immer einfach. Kannst du
da Einblicke geben, auch wie das in der Praxis funktioniert? Ja, also ich muss sagen, dass sich die Produkte an sich super ergänzen. Mit Aos als Flottenmanagement-Software haben wir natürlich einen ganz anderen Bereich abgedeckt als mit Wimka – digitales Fahrtenbuch – und Optimum tatsächlich dann für den französischen Markt. Und rein davon, wie sich die Teams auch ergänzen, glaube ich, sind wir sowohl Wimka als auch Avreos von der Unternehmenskultur her sehr ähnlich. Optimum haben wir jetzt tatsächlich erst seit letztem Jahr und auch für den –
hattest du auch erwähnt, dass noch nicht so viele Fuhrparks digitalisiert sind. Was ist in deinen Augen eine Herausforderung, oder was sind Argumente, die man Fuhrparks geben könnte, um sie zu digitalisieren – als erste Frage – und dann als zweite Frage: Wie kann man diese Fuhrparks auch erreichen, damit sie auf eine digitalisierte Lösung setzen? Es ist eine sehr gute Frage. Ich glaube, aktuell sehen wir so einen Generationenwechsel im Fuhrpark. Das heißt, zum einen erreichen wir halt
viele Fuhrparks gerade dadurch, dass dieser Generationenwechsel stattfindet – eher jüngere Fuhrparkleiter und Leiterinnen übernehmen, die eine Affinität zur Digitalisierung haben und auch verstehen, dass man mit einer Software viele Prozesse einfacher gestalten kann. Wie erreichen wir die Fuhrparks? Das ist tatsächlich eine gute und auch schwierige Frage. Wir versuchen, sehr viel Content zu kreieren und Fuhrparks über Webinare abzuholen, indem wir viele Themen rund um das Fuhrparkmanagement erklären und dabei einfach auch einen Mehrwert bieten. Aber wir sind
natürlich auch auf Messen und Veranstaltungen unterwegs und versuchen, sehr viel Networking zu betreiben. Da gibt es – ja, da gibt es ja – da haben wir uns ja auch das letzte Mal getroffen, auf der Flotte. Da gibt es gute Veranstaltungen, wo sich viele Fuhrparkleiter tummeln. Tatsächlich, ja. Und wir haben ein bisschen über die Vergangenheit gesprochen und schon ein bisschen KI angeteasert. Aber wo siehst du Shift Move in den nächsten fünf Jahren? Wo geht die Reise hin? Ja, am Ende ist unsere Vision eine – wir
nennen es immer eine One-stop-shop-Solution zu bauen für jeden, der irgendwie einen Fuhrpark hat, und dass jeder bei uns das passende Produkt findet. Also wirklich vom kleinen Fuhrpark – wie ich es gesagt habe – irgendwie 20 Fahrzeuge, der vielleicht nicht die vollumfängliche Software mit allen Lösungen braucht, bis hin zum großen Fuhrpark, der viele verschiedene Prozesse und viele verschiedene Strukturen hat, dass jeder sich im Prinzip sein Produkt zusammenstellen kann und Shift Move am Ende die Anlaufstelle für den Fuhrparkleiter ist, wo er alle seine Herausforderungen des Alltags auch
lösen kann. Eine Sache, die wir vielleicht noch nicht klargestellt haben: Wenn man vom Fuhrpark spricht, sind das dann vor allem Dienstwagen, PKWs, oder auch LKWs oder Busse? Habt ihr eine gewisse Zielgruppe, die ihr ausschließt, oder sind alle Fahrzeugarten relevant? Also ausschließen wollen wir schon mal gar keinen. Generell ist das Kerngeschäft, so wie es gewachsen ist, tatsächlich die klassischen Dienstwagenflotten. Aber was wir sehen, ist, dass wir auch viele funktionale Flotten haben. Also, ich sage
Mal klassischer Lieferdienst. Wir haben aber auch Kunden – das ist immer so mein Lieblingsbeispiel – die Kehrmaschinen verwalten, die Boote verwalten. Also alles, was irgendwie das Thema Mobilität betrifft. Dienstfahrräder, Jobräder kann man bei uns tatsächlich in der Software erfassen. Interessant. Flugzeuge nicht, nehme ich an. Du könntest tatsächlich ein Spezialfahrzeug auch erfassen, aber es ist dann doch sehr nischig und ich glaube nicht der richtige Use-Case mit dem Flugzeug. Und das Thema ESG war auch viel in den letzten Jahren, mit dem Lieferkettengesetz auch in den Nachrichten. Wie schaut ihr
auf das Thema ESG? Tatsächlich sehr entspannt, weil eigentlich alle unsere Fuhrparks ESG-konform reporten können. Es geht ja hier vor allem um das Thema Elektromobilität, Verbräuche von Fahrzeugen, CO2-Reporting. Und da haben wir tatsächlich für unsere Fuhrparkleiter vorgefertigte Reports, die sie sich in jedem beliebigen Zeitraum, den sie auswerten wollen, ziehen können. Von daher sind unsere Fuhrparks da ESG-konform. Ah ja, cool. Also quasi die Emissionswerte pro Fahrzeug werden dann einfach einmal extrahiert von der Software. Spannend. Ja, E-Mobilität – du hast es schon genannt – das ist auch ein Fokus
dieses Podcasts. Wir haben auch das Thema Laden. Elektromobilität geht um die Fahrzeuge, geht aber natürlich auch um das Thema Laden und Energie. Wie schaut ihr auf das Thema? Und was treibt euch da um? Was seht ihr auch bei Fuhrparks, bietet ihr auch da schon Lösungen an? Ja, natürlich können die Fuhrparkverantwortlichen auch Elektrofahrzeuge bei uns im System verwalten. Auch reporten natürlich, wie wir gerade gesprochen haben, das Thema ESG-Reporting dort machen, schauen, wie tatsächlich mein Verbrauch pro Elektrofahrzeug ist, laden die
Mitarbeiter relativ viel oder wenig. Genau. Ansonsten sehen wir halt tatsächlich, dass die Elektrifizierung der Flotten ganz gut vorangeht. Aktuell bei uns sind 11 % der Flotten elektrifiziert. Was tatsächlich fehlt, ist das Thema Elektrifizierung auch im Bereich Lkw. Da sehen wir gerade relativ wenig Flotten, die da schon mit gutem Beispiel vorangehen. Meinst du, 11 % der gesamten Flotten haben mindestens ein E-Fahrzeug? Oder ist es 11 % der Gesamtmenge an Fahrzeugen, die verwaltet werden, sind elektrisch? 11 % der Gesamtmenge sind elektrisch. Genau. Interessant. Und
gibt es da auch einen Unterschied zwischen der Größe der Flotten? Kann man tendenziell sagen, dass je größer die Flotte ist, desto größer der Elektromobilitätsanteil? Ich glaube, das hängt ganz stark von der Firma ab und von dem Geschäftsmodell, was sie haben. Wir sehen, dass sehr viele Dienstwagenflotten jetzt immer mehr und mehr auf rein elektrische Fahrzeuge gehen. Natürlich gibt es da auch Ziele. Also gerade wenn wir mit großen Flotten sprechen, sagen sie, sie wollen irgendwie bis 2030 probieren, möglichst vollumfänglich jedem Mitarbeiter ein E-Fahrzeug zur Verfügung zu
stellen. Genau. Die Ziele werden immer näher. 2030 ist nicht mehr so weit weg. Und gibt es auch geografische Unterschiede? Ihr habt ja nicht nur Deutschland als Markt, glaube ich. Seht ihr da auch schon Unterschiede, was die Länder angeht? Also tatsächlich sehen wir, dass in Frankreich beispielsweise das Thema Nachhaltigkeit ein bisschen mehr getrieben wird, aktuell in Deutschland momentan eher weniger. Aber wir schauen halt einfach, was die nächsten Förderprogramme bringen und ob wir dann
auch in Deutschland wieder mehr Zug auf das Thema Elektromobilität bekommen. Ist ja auch so, wenn ich mich nicht täusche, dass in manchen Ländern Dienstwagen gar nicht so richtig ein Thema sind – in den USA glaube ich weniger noch als in Europa oder in Deutschland. Vor allem ist das Thema Dienstwagen in Deutschland viel weiter verbreitet. Wäre das für euch dann auch ein Ausschlusskriterium oder schwierig, in Märkte reinzugehen, wo es weniger Dienstwagen gibt? Also generell können wir sagen, dass wir mittlerweile auch schon Kunden haben, gerade internationale Firmen,
die das auch im internationalen Kontext nutzen, auch tatsächlich in Amerika und Südamerika Dependancen haben, wo sie Fahrzeuge verwalten. Aber ja, ist jetzt nicht unser Kerngeschäft. Die Software funktioniert da aber tatsächlich auch. Okay. Ja, und dann das Thema Software noch mal ein bisschen spezifischer gefragt. Da gibt es Daten, da gibt es Integrationen, Schnittstellen vielleicht mit Partnern, Analytik. Was spielt das für eine Rolle für euch? Was sind das für Herausforderungen? Vielleicht kannst du auch Beispiele nennen. Also wir probieren natürlich sehr viele Daten auch mit
anzubinden. Das neueste Produkt, was wir jetzt mittlerweile haben, ist, dass wir direkte Fahrzeugdaten auch in die Software kriegen. Aktuell erster Datenpunkt ist der Kilometerstand – aus unserer Sicht die wichtigste KPI auch im Fuhrpark, weil gegen den Kilometerstand kann ich irgendwie alle Kosten messen, Kosten pro Kilometer sichtbar machen. Und von den neueren Fahrzeugen kriegen wir die Daten jetzt mittlerweile auch schon direkt einmal am Tag aus dem Fahrzeug in die Software. Das heißt, das ist jetzt der Anfang, und dann wollt ihr noch mehr Datenpunkte erheben
mit der Zeit. Also die Datenpunkte an sich sind ja da. Die Hersteller liefern das. Jetzt ist es tatsächlich an uns, die Datenpunkte für den Fuhrparkleiter sichtbar zu machen. Seht ihr bei der Elektromobilität noch spezifische Herausforderungen, damit der Fuhrpark elektrisch wird? Sind das auch Themen, die ihr begleitet, eben das Thema Laden? Oder gibt es bestimmt auch Use-Cases, die du – auch von deiner Geschichte mit dem Rightpooling-Ansatz – wo du siehst, da gibt es mehr, beim
Dienstwagen gibt's mehr Elektroteil, weil es einfacher ist als jetzt ein Carsharer. Oder sind das so Themen, die ihr auch anschaut? Was wir halt sehen, ist, dass viele Flotten natürlich bemüht sind zu elektrifizieren, aber dann halt immer wieder auf die Herausforderung stoßen: Wo lädt mein Mitarbeiter zu Hause? Gerade in Großstädten. Oder wie ist das Thema Abrechnung geregelt? Also, wenn der Mitarbeiter bei sich zu Hause lädt, vielleicht an einer privaten Wallbox – wie kann ich sichtbar machen, welches Fahrzeug da jetzt geladen hat? Ist es der
Dienstwagen? Ist es der Privatwagen? Wie kriege ich die Daten dann wieder in ein System zurücktransferiert? Das sind tatsächlich auch Themen, die uns umtreiben. Wir können es schon sichtbar machen, teilweise ein bisschen holperig, aber zumindest so, dass die Kunden das dann auch auswerten können. Und zu guter Letzt auch, weil dieser Podcast hier Smart Charge heißt: Wie seht ihr das Thema intelligentes Laden oder sogar bidirektionales Laden wie V2G, was man dann an Potenzialen hätte, wenn man einen großen Fuhrpark managt und vielleicht diese Kosten, die
du ja auch erwähnt hast, nicht nur optimieren, sondern tatsächlich auch noch Umsätze vielleicht generieren will mit diesen Fahrzeugen, wo ja Batterien schlummern und dann perspektivisch damit Geld verdient werden kann. Also aktuell, muss ich ehrlicherweise sagen, haben wir uns damit noch nicht so in der Tiefe beschäftigt. Das wird sicherlich kommen. Ja, sicherlich, da gibt es noch Herausforderungen. Da kann man sich auch einige andere Folgen, die wir aufgenommen haben, anhören, um da noch mal tiefer einzusteigen in die Herausforderung. Und ich bin auch
persönlich natürlich der Meinung, dass es demnächst kommen wird. Und bevor wir uns quasi verabschieden, willst du noch die Hörer auf etwas Besonderes hinweisen? Wie man dich dann auch erreichen kann und vielleicht im Austausch bleiben kann, wenn man Interesse hat, mehr zu erfahren. Genau. Also jeder, der Interesse an Shiftmove hat, ist natürlich herzlich eingeladen, eines unserer Webinare zu besuchen. Wir haben tatsächlich alle zwei Wochen Live-Webinare zu verschiedensten Themen – einfach mal reinschauen. Und ansonsten findet man mich tatsächlich auch auf LinkedIn, schreibt mich
gerne an. Und dann würde ich mich freuen, mit dem einen oder anderen auch in Kontakt zu treten und weiter auszutauschen. Dann vielen lieben Dank, Katharina, hat mich sehr gefreut. Und ich wünsche dir noch ein super schönes Wochenende. Danke für die Einladung. Gerne.
Und das war die Folge mit Katharina Fritsch. Besonders spannend fand ich ihren Hintergrund, dass sie so lange schon in der Fuhrparkbranche war und vor allem, dass sie die E-Mobilität so früh – schon 2018 mit Clever Shuttle – mitgeprägt hat und Herausforderungen mit der Elektroinstallation dann auch hatte und wie sie das mit smartem Energiemanagement schon damals gelöst haben bei der Skalierung der Elektroflotte. Und dann, wie sie von der Anwenderin von Fleetops und Shiftmove dorthin gewechselt ist und vor allem, wie viele Fuhrparks sie schon bedienen
und was sie alles noch an Expansionsplänen haben und wie sinnvoll eigentlich diese ganzen Digitalisierungsansätze sind, wenn man bedenkt, dass noch vieles mit Excel und per Papier im Zeitalter der KI gemacht wird. Da ist noch viel Potenzial für Kosteneinsparung, und auch natürlich in der E-Mobilität gibt es viele Hebel. Da ist auf jeden Fall noch viel geplant. Man merkt, dass Shiftmove da sehr umtriebig ist, was neue Dienstleistungen und neue Pläne angeht und neue Geografien, die sie angehen wollen. Ich hoffe, die Folge hat euch gefallen.
Und wenn ja, checkt gerne nochmal, was Katharina so empfohlen hatte, was die Webinare angeht, oder connected mal mit ihr und gebt uns fünf Sterne. Bis zum nächsten Gespräch.
Notizen zur Folge
In dieser Episode spreche ich mit Katharina Fritsch, Head of Partnerships & Account Management bei Shiftmove, über ihren Werdegang und die Zukunft der Fuhrparkbranche. Katharina blickt zurück auf ihre Erfahrungen bei Enterprise und CleverShuttle – einem der ersten E-Pooling-Anbieter in Deutschland – und erklärt, wie sie bei Shiftmove komplexe Herausforderungen löst. Wir sprechen darüber, - welche Fuhrparks besonders von Echtzeit-Tracking, Compliance-Tools und automatisierten Workflows profitieren, - wie sich die Zusammenarbeit nach dem Zusammenschluss von Avrios, Vimcar und Optimum entwickelt, - welche Rolle ESG, E-Mobilität und KI in der modernen Flottensteuerung spielen, - und welche Expansions- und Digitalisierungspläne Shiftmove als Plattform-Allrounder verfolgt. Ob Excel- und Papier-Tickets endlich der Vergangenheit angehören und wo die größten Kostensenkungs- und Effizienzhebel liegen – Katharina gibt praxisnahe Einblicke und Inspiration für alle, die ihre Flotte digital und nachhaltig optimieren wollen.